Das Cape aus rotem Samt

Fischer Schatzinsel, 2009
2. Auflage: Fischer Tb. 2009
ca. 302 Seiten


Inhaltsangabe

Bremen um die Jahrhundertwende: Dreizehn Jahre lang hat Marguerite das Leben einer reichen Bremer Kaufmannstochter geführt. Über Nacht verliert sie alles, was sie liebt: ihre Eltern, ihr Zuhause und ihre beste Freundin. Allein und mittellos muss Marguerite schuften, bis ihr die Finger bluten. Als sie zufällig mitbekommt, dass die Tochter des Konsuls entführt werden soll, will sie sie warnen. Eingehüllt in ein Cape aus rotem Samt wird Marguerite mit ihr verwechselt und selbst zum Opfer. In letzter Sekunde gelingt ihr die Flucht. Plötzlich wendet sich das Blatt: Konsul Poggenpohl, der Freund ihres Vaters, wird als skrupelloser Betrüger entlarvt, und Marguerite erhält ihr Erbe zurück.

Rezension

2009 erschien im Fischer Taschenbuch Verlag der historische Jugendroman „Das Cape aus rotem Samt“. Die Autorin Nina Schindler war jahrelang Lehrerin und Literaturkritikerin und schreibt und übersetzt inzwischen selbst Kinder- und Jugendbücher. Besonders geeignet für Mädchen ab 10 Jahren ist „Das Cape aus rotem Samt“. Dieser Roman handelt von der jungen Marguerite, die das Leben einer reichen Kaufmannstochter gewohnt war und plötzlich über Nacht alles verliert: Eltern, Zuhause, ihre beste Freundin. Sie lässt sich jedoch nicht unterkriegen…

In 20 Kapiteln, auf über 300 Seiten wird Marguerites Geschichte lebendig, anschaulich und fesselnd erzählt. Nach jedem Kapitel findet die Leserin ein kurzes Sprichwort oder ein Zitat z.B. von Pestalozzi, Hölderlin oder Claudius. Der farbige Einband verspricht was er hält: Spannung pur. Kleine Details, wie verzierte Seitenzahlen oder o.g. Sprichwörter vervollständigen das Lesevergnügen dieses Romans. Ein Muss für Leseratten ab 10 Jahren.

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW; Münster, Nordrhein-Westfalen

 

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Ein 13-jähriges Mädchen aus reichem Hause verliert durch eine ansteckende Krankheit ihre Eltern und aufgrund einer üblen Intrige auch noch ihr Erbe. Unter armen und ausbeuterischen Verhältnissen muss sie sich bei Verwandten bewähren lernen. In dieser Lage trifft sie auf einen Jungen, dem es ähnlich geht. Die Freundschaft mit ihm erleichtert es ihr, ihre bitteren Erfahrungen zu ertragen. Als sie schließlich auch noch zum Verwechslungsopfer einer Entführung wird, rettet ihr der Junge das Leben.

Ein spannender und gut lesbarer Mädchenroman. Historisch, was die Stadtgeschichte Bremens und die Lebensbedingungen in der Hansestadt zur Zeit der Jahrhundertwende des vorigen Jahrhunderts angeht. Sie wurden sehr anschaulich dargestellt. Der Leser kann sich gut mit Marguerites Gedanken- und Gefühlswelt auseinandersetzen, die sehr gefühlvoll beschrieben wird und gut nachvollziehbar ist. Die handelnden Personen sind überzeugend charakterisiert. Mit viel Einfühlungsvermögen und Verständnis für Mädchen beschreibt die Autorin den Mut und den Willen der Jugendlichen. Ein lesenswertes Buch, das gute Unterhaltung für heranwachsende Mädchen bietet.

Jugendschriftenausschuss BLLV – Mittelfranken

 

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12 Jahre ist die kleine Bremerin Marguerite alt – und fühlt sich wie in einem permanenten Alptraum. Nach dem Schock, kurz vorher innerhalb von 3 Wochen aufgrund einer Diphterie-Erkrankung beide Eltern verloren zu haben, stellt sie fest, komplett verarmt zu sein. Alle früheren Freunde wenden sich ab – offensichtlich hat ihr wohlhabender Vater Schulden gemacht. Doch damit nicht genug: Onkel und Tante, die sie aufnehmen, sehen in dem Mädchen, das eigentlich für die höhere Tochterschule vorgesehen war, eine billige Arbeitskraft für ihre drittklassige Kneipe. Bis ihre Hände bluten, muss sie schuften!

Der einzige, der ihr das ungewohnte Leben ein wenig erklärt und erleichtert, ist Jörn, der aus dem Waisenhaus entflohene Rotschopf.

Doch das Aufregendste steht dem Mädchen noch bevor: Es wird entführt!

Weit gefehlt, wer da glaubt ihre Abenteuer seien damit zu Ende – hat das Schicksal doch noch so manch anderen Ort und diverse ungewohnte Tätigkeiten für das Kind vorgesehen, bis es gemeinsam mit alten und neuen Freunden einer fiesen Verbrecherbande das Handwerk legt.

Geschickt lässt Nina Schindler die Vergangenheit des Mädchens durch kurze Rückblenden in die Geschichte einfließen. Plastisch schildert sie die Unterschiede, die es zwischen Arm und Reich in den ersten Jahren des 20. Jahrhundert gab: Kaum ist die Schulpflicht erfüllt (etwa im Alter von 12 Jahren) müssen die Jugendlichen mit ihrer Hände Arbeit Geld verdienen. Bad und WC gibt es nur in reichen Häusern, die anderen waschen sich mit kaltem Wasser aus der Pumpe und benutzen den Abtritt im Hof. In einem Waisenhaus zu leben ist wenig besser als auf der Straße: Zu essen gibt es nur für jene, die sich ihren Anteil (und mehr) durch schiere Körperkraft erkämpfen und geheizt wird auch nicht.

Atmosphärisch dicht und neben der unterhaltsamen und wirklich spannenden Handlung sehr gut geeignet, um sich ein Bild von den Lebensumständen jener Zeit zu machen.

www.krimi-forum.de  09.11.2009

 

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Die dreizehnjährige Marguerite hat in nur wenigen Wochen ihr bisheriges Leben verloren. Ihre Eltern starben, haben nur Schulden hinterlassen, die beste Freundin meidet sie und sie muss in der Hafenkneipe ihres Onkels und ihrer Tante hart arbeiten. Sie lernt die Armut kennen, wird von ihrer Tante gequält und muss ansehen, wie ihr ehemaliges Elternhaus von anderen, nämlich von der Familie ihrer ehemals besten Freundin, bewohnt wird. Zu ihrer geliebten Lehrerin fehlt auch der Kontakt und allein die Freundschaft zu dem obdachlosen Jörn hilft ihr, die schwierige Zeit zu überleben. Als sie heimlich in der Gastschenke des Onkels ein Gespräch über eine bevorstehende Entführung belauscht, beschließt sie, das Entführungsopfer zu warnen. Sie wird jedoch selber entführt. Jörn kann sie befreien und nach der Flucht bessert sich ihr Leben nach und nach.

Nina Schindler entwirft gekonnt ein Bild der Hansestadt Bremen um 1900. Bis in die Details hinein zeigt sich, dass sich die Autorin mit der Zeit auseinandergesetzt hat und diese nicht nur als bloße Kulisse ihres Romans verwendet. Marguerite sollte beispielsweise, das wird in Dialogen deutlich, die höhere Mädchenschule Kippenberg besuchen. Tatsächlich existierte diese Mädchenschule in Bremen um 1900 und wurde von Mädchen der höheren Schichten besucht. Authentizität wird auch durch das Plattdeutsch, das Jörn spricht, oder durch die Darstellung des bäuerlichen Lebens verstärkt.

Die Protagonisten entsprechen mitunter Stereotypen, die Bösen werden relativ schnell enttarnt, was jedoch nicht die Spannung nimmt. Das Ende ist fast schon konstruiert, denn es wendet sich alles zum Guten und Marguerite kann wieder ihr Leben genießen.

„Das Cape aus rotem Sand“ ist ein historischer Roman, der Leserinnen sicherlich gute Unterhaltung bieten wird: Man versinkt für einige Stunden in die Welt um 1900 und genießt die spannende Lektüre!

www.alliteratus.de  Januar 2010

 

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Nein, die (erst) dreizehnjährige, behütet aufgewachsene Kaufmannstochter Marguerite lässt sich nicht unterkriegen. Auch nicht, als sie nach dem Tod der Eltern bei ihrem Vormund Onkel Konrad und seiner unwirschen, unfreundlichen, harten Frau Agnes leben muss, die ihr sogar ihren Namen  Marguerite (und damit einen Teil ihrer Identität) nimmt. Der Name passt nicht in die Welt des Bremer Hafenviertels, in die ärmliche/einfache Gastwirtschaft der Tante. Marguerite muss nun den Namen Gesche, den Namen einer Giftmörderin, die beim Dom geköpft worden ist, tragen.

„Mein Leben als Marguerite war vorbei – jetzt war ich Gesche.“

„Klagen half mir aber nicht weiter – so viel war klar.“

Sie erlebt aber auch als Gesche Freundschaft, z.B. mit Jörn (aus dem Waisenhaus entflohen), und sie erfährt Solidarität bei ihrer ehemaligen Gouvernante, die ihr dabei hilft, das auf unerklärliche Weise verschwundene Testament ihres Vaters im Hause des protzigen, betrügerischen Konsuls aufzufinden. Ihre Freundin Marliese trennt sich von ihr als sie bettelarm ist, schenkt ihr als Almosen ein rotes Samtcape, das zur Verwechslung führt: denn die Entführer wollten mit der reichen Konsulstochter Lösegeld erpressen und Marguerite/Gesche wollte sie warnen! Bei der Aufklärung des Falles gibt es eine Leiche, aber es spritzt kein Blut und es explodiert nichts; es gibt keine Psychopathen, aber eine gemeine Betrügerfamilie.

Das Buch hat einen gut aufgebauten Spannungsbogen. Die jugendlichen Leserinnen wünschen sich mit jeder gelesenen Seite schließlich Gerechtigkeit für die Protagonistin. Sie werden nicht enttäuscht. Nina Schindler kombiniert in diesem Buch für Mädchen (ab 12 Jahren) Geschichtsbilder aus dem Bremen der Jahrhundertwende mit einer so spannenden  (aber auch unwirklichen) Handlung wie ihr Krimi. Eine hübsche Idee: Jedes Kapitel wird mit einem Spruch, einer passenden Lebensweisheit eingeleitet.

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, Schleswig-Holstein/Niedersachsen


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Bremen um die Jahrhundertwende: Marguerite (13) ist eine Bremer Kaufmannstochter aus gutem Hause. Ganz plötzlich sterben ihre Eltern hintereinander an Diphterie. Plötzlich ist sie eine Waise und, wie sich beim Notar herausstellt, auch noch völlig mittellos! Das Testament, das Bargeld und der Schmuck ihrer Mutter sind verschwunden. Dafür weist Konsul Poggenpohl Schuldscheine vor, die besagen, dass Marguerites Vater gigantische Schulden bei ihm hatte. So verliert das junge Mädchen auch ihr Zuhause und alles, was sie sonst besaß. Sogar zu ihrer besten Freundin Marliese darf sie keinen Kontakt mehr haben. Deren Vater, Konsul Poggenpohl, verbietet den Umgang mit der Tochter eines „Betrügers“! ihr Onkel Konrad, der Bruder ihrer Mutter, wird ihr Vormund und nimmt sie bei sich auf. Er betreibt eine üble Spelunke im Hafenviertel, seine Frau Agnes ist ein zänkisches Weib, die nicht begeistert über den Familienzuwachs ist und Marguerite gleich in die Arbeit in der Kneipe einspannt. Sie gibt ihr auch einen neuen Namen: Gesche. Eines Abends, als sie im Schankraum bedient, belauscht sie das Gespräch von drei Männern. Ein Mädchen aus reichem Haus soll entführt werden. Am nächsten Tag hört sie auch, welches Mädchen: Marliese! Mit Jörn, einem aus dem Waisenhaus geflohenen Jungen, mit dem sie sich angefreundet hat, geht sie zu ihrem ehemaligen Zuhause, um ihre Freundin zu warnen. Doch man glaubt ihr nicht und als sie das Haus verlässt, wird sie statt ihrer Freundin entführt. Glücklicherweise hat Jörn alles mitbekommen…

Das schwere Schicksal der Heldin, die sich aber nicht unterkriegen lässt, und ihre abenteuerliche Geschichte werden ungemein fesselnd erzählt – ein Buch, das man nur schwer wieder aus der Hand legt.

www.familien-welt.de (15.12.2009)

 

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Schicksal: Von einem auf den anderen Tag muss Marguerite Hansen, Tochter eines Hamburger Konsuls, plötzlich Kartoffeln schälen, Töpfe schrubben und Bier an stinkende Männer ausschenken. Ihre Eltern sind gestorben, und nun lebt sie bei ihrem Onkel, der zusammen mit seiner Frau eine Kneipe im Hafenviertel betreibt. Aber warum hat der reiche und angesehene Konsul seiner Tochter kein Erbe hinterlassen? Und warum wohnt jetzt Senator Poggenpohl in ihrem schönen Haus? Marguerite muss noch einiges durchmachen, bevor sie die Wahrheit herausfindet. Dabei lernt sie die arbeitsame Welt der einfachen Leute kennen, erfährt Hass und Neid, aber auch Güte und Freundlichkeit. Sie gibt nicht auf und gewinnt einen Freund, der ihr einmal sogar das Leben rettet.

Ein herrlich spannender Schmöker für lange Winterabende.

Frankfurter Allgemeine Zeitung (11.11.2009)

 


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