Intercity

Anrich, 1993
117 Seiten


Inhaltsangabe
Lisa ist siebzehn und steht vor einer schweren Entscheidung: Sie ist schwanger. Und sie fühlt sich noch nicht reif genug, um ein Kind zu bekommen. Mit Micha ist sie zwar sehr glücklich, aber was soll aus all ihren Plänen werden, wenn sie jetzt schon Verantwortung für ein Kind übernehmen müssen? Auf der Fahrt im Intercity nach Hamburg zu einem Beratungsgespräch denkt Lisa noch einmal nach über die Quälerei der vergangenen Wochen, die endlosen Gespräche auf der Suche nach der „richtigen“ Entscheidung. Aber sie weiß inzwischen, daß es keine richtige Entscheidung gibt. Und ihr Entschluß steht fest.
„Wut, hilflose, rasende Wut breitete sich in Lisa aus wie ein Tintenklecks auf einem Löschblatt. Hier saß sie, auf ihrem blöden Fensterplatz im Intercity nach Hamburg, und kriegte eine Mordswut auf dieses elende Missgeschick, das sie in diese Situation gebracht hatte. Wenn sie an die Quälerei der vergangen Wochen dachte, an diese endlosen Gespräche auf der Suche nach der richtigen Entscheidung. Aber eine richtige Entscheidung konnte es da nie geben, das wusste sie jetzt. In jedem Fall gab es eine Fußangel, eine Hintertür für zukünftige Selbstvorwürfe, Beschuldigungen und Zweifel. Und immer war dieser Schmerz da, dieses ekelhafte wehe Ziehen; irgendwo dort, wo nach landläufiger Meinung das Herz sitzt, da tut es so weh.“
Lisa steht vor einer schweren Entscheidung: Sie ist schwanger. Und sie fühlt sich noch nicht reif genug, um ein Kind zu bekommen.

Rezension
Schindler, Nina: Intercity
Lisa – noch Schülerin – ist schwanger und weiss nicht mehr weiter. Nach einem Gespräch bei der Beratungsstelle Pro Familia wird ihr aber eine Abtreibung vermittelt. Also reist Lisa ohne das Wissen ihrer Eltern in die Stadt, lässt en Eingriff vornehmen, und alles ist wieder in schönster Ordnung.
Das Buch von Nina Schindler liest sich wie eine Werbebroschüre für Abtreibungen. Gerade wenn man dem Schwangerschaftsabbruch in gewissen Situationen positiv gegenübersteht, sollte man im Interesse der Sache eine nicht ganz so beschönigende Darstellung des Problems bevorzugen.
c / ab 14 / J Freundschaft, Schwangerschaft/ DS
jugend literatur aktuell
Frühjahr ‚94, Heft 50
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Nina Schindler: Intercity
Lisa, Abiturientin, schwanger, fährt aus der Gegend von Stuttgart nach Hamburg. Sie befindet sich im Zug zwischen zwei (gegensätzlichen) Städten, sie befindet sich gleichfalls in der schweren Entscheidung zwischen einer Abtreibung oder dem „Ja“ zu diesen Kind. Inter = zwischen, dieser Zwiespalt taucht auch im Buch immer wieder auf.
Die Autorin hat sich in ihrem Buch (Mädchenbuch ? – Problemorientiertes Jugendbuch?) ein schweres Thema gewählt, ein Thema, dem sie gerecht wird, weil sie verständlich macht, daß diese beiden jungen menschen (Lisa und ihr Freund Micha, Zivi) in dieser Situation überfordert sind. Immer wieder geht die Autorin auf den Gegensatz ein: ‚Riesenglück’ – aber: jetzt zu früh und macht deutlich, daß weder Lisa noch Micha sich ihr Nein zu diesem Kind leicht machen.
Gelungen sind auch
- Aufgabe von Pro Familia
- Darstellung der Abtreibung
- Lisas Gefühle danach - Freiheit.
Sprach gefallen besonders die ironischen Schlenker, die die Autorin gern einbaut: meine Göttin statt mein Gott / frau statt man / die Einteilung der Männer in Macker, Knilche oder Kerle / deutsch = Drahthaar (S. 37). Die Autorin mogelt sich nicht an Jugendliche heran, indem sie die Sprache junger Menschen verfremdet, sondern diese Sprachebene an der richtigen Stelle trifft.
Empfohlen für Jugendilche ab 14 Jahren.
VBE aktuell 7/8 ‚94
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Schindler, Nina: Intercity
Lisa, ein noch nicht 20-jähriges Mädchen, sitzt im Intercity von Stuttgart nach Hamburg und reflektiert über ihr Leben. Sie ist traurig, es geht ihr schlecht weil sie schwanger ist. Sie und ihr Freund Micha wollen kein Kind, und so fährt Lisa zu ihrer Cousine nach Hamburg, wo diese bereits die nötigen Termine vereinbart hat. Auch Lisa war schon beim Arzt und hat ihrerseits die erforderlichen Atteste ohne Probleme erhalten. Die Abtreibung wird dann auch ausgeführt und Lisa fühlt sich wieder glücklich. Es war ja alles so einfach; gefährlich einfach und wohl auch unrealistisch.
Lisa wurde schwanger, weil die Pille wegen einer Magen-Darmgrippe ihre Wirkung verlor. Darüber wusste sie begreiflicherweise nicht Bescheid, hatte sie die Pille doch von einer Freundin erhalten – und das, obwohl sie sich zweimal jährlich von einem Frauenarzt untersuchen liess! Grund: sie fürchtete das Geschwätz im Städtchen! Zum anderen kommt im Buch das Wort AIDS nicht einmal vor. Das Präservativ wollte Micha ja zur Verhütung nehmen, nur Lisa schreibt darüber: „Aber da habe ich so Horrorgeschichten gehört, dass die kaputt gehen können.“ Was müssen Jugendliche von der ganzen AIDS-Aufklärung halten, wenn auf der anderen Seite auch im Jahre 1993 noch Jugendbücher zum Thema Liebe/Sexualität erscheinen, in denen AIDS einfach verschwiegen wird! Aus meiner Sicht ist „Intercity“ ein verantwortungsloses Buch.
Kommission für Schul- und Gemeindebibliotheken des Kantons Luzern 1993

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Nina Schindler: „Intercity“
(br.) Das Jugendbuch „Intercity“ von Nina Schindler handelt von Lise, einem jungen Mädchen, das ungewollt schwanger geworden ist und sich zu einer Abtreibung entschlossen hat.
Mit Auszügen aus Lisas Tagebuch und großem Einfühlungsvermögen schildert die Autorin deren Gefühle, Ängste und die Gedanken an die bevorstehende Abtreibung.
Der Leser erfährt viel über Lisas Familie, in der sich alles nur um die ältere Schwester dreht, und über die Liebe zu ihrem Freund Micha, gewinnt aber auch einen Einblick in den Kleinstadtmief, der in ihrer Umgebung herrscht, und wo die Leute jede Neuigkeit weitertratschen.
Das gleichzeitig humorvoll geschriebene Buch bietet verschiedene Lösungsmöglichkeiten, wie man mit einer ungewollten Schwangerschaft umgehen kann. Daher spricht es besonders junge Mädchen an, die in ihren Eltern vielleicht nicht den richtigen Gesprächspartner für ihre Probleme und Gedanken finden.
Das Buch „Intercity“ von Nina Schindler ist im ABRICH-Verlag erschienen.
Eberstädter Lokalanzeiger
Stadtteilzeitung für Darmstadt-Eberstadt
25. März ‚94 4. Jahrgang/ Nr. 5
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Nina Schindler: Intercity
Themen: Schwangerschaft, Abtreibung, Beziehungen (JE)
Realistische Erzählung zum Thema Schwangerschaftsabbruch, die die Gedankengänge und Emotionen der jungen Protagonistin Lisa glaubwürdig und sprachlich differenziert zu verdeutlichen vermag. Für und Wider einer Abtreibung werden gleichermaßen abgewogen, Widersprüchlichkeiten und Unsicherheiten im Bewußtwerdungsprozeß Lisas miteinbezogen. Problematisch erscheint möglicherweise die beinahe euphorische Darstellung der Abtreigung am Ende des Buches.
Bundesministerium für Unterricht & Kunst
Kommission für Kinder- und Jugendliteratur.
229. Buchliste
erstellt im Februar 1994
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Nina Schindler: Intercity
Realistische Erzählung zum Thema Schwangerschaftsabbruch, in der das Für und Wider einer Abtreibung gleichermaßen abgewogen und Widersprüchlichkeiten und Unsicherheiten im Bewußtwerdungsprozeß differenziert miteinbezogen werden.
Lesefreude mal 300
Internet. Institut f. Jugendliteratur und Leserforschung Wien‚94
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Schindler, Nina: Intercity
Themen: Schwangerschaft, Abtreibung, Beziehungen (Je)
Realistische Erzählung zum Thema Schwangerschaftsabbruch, die die Gedankengänge und Emotionen der jungen Protagonistin Lisa glaubwürdig und sprachlich differenziert zu verdeutlichen vermag. Für und Wider einer Abtreibung werden gleichermaßen abgewogen, Widersprüchlichkeiten und Unsicherheiten im Bewußtwerdudngsprozeß Lisas miteinbezogen. Problematisch erscheint möglicherweise die beinahe euphorische Darstellung der Abtreibung am Ende des Buches.
Bundesministerium für Unterricht und Kunst Wien
Juli 94
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Schindler, Nina: Intercity
Lisa (18) steht kurz vor dem Abitur, als sie trotz regelmässiger Einnahme der Pille schwanger wird. Bei einer Abklärung stellt sich heraus, dass die überstandene Magen- und Darmgrippe möglicherweise den Pillenschutz durchbrochen hat. Auch ihr Freund Micha befindet sich noch in Ausbildung. Da beide studieren möchten und sie sich noch nicht reif genug fühlen, wollen sie die Verantwortung für ein Kind nicht übernehmen. Nach reiflicher Überlegung fährt Lisa nach Hamburg. Ihre Cousine hat sie bei „Pro Familia“ zu einem Gespräch angemeldet. Die Mitarbeiterin von der Beratungsstelle hilft beim Abklären und beim Ordnen der Gründe für einen Abbruch der Schwangerschaft. Nach 3 Tagen erhält die junge Frau einen Termin. – Die Ängste und Zweifel, den mühsamen Entscheidungsprozess bei einer ungewollten Schwangerschaft, schildert die Autorin mit Feingefühl und grosser Offenheit (Entwicklung; Liebe).
aus: biblioram / Schweizer Bibliotheksdienst / 5/93, Nr. 4
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Siebzehn – und schwanger
Lisa steigt in den Intercity nach Hamburg. Das Zugfenster lässt sich nicht öffnen, die Trennung von Micha ist schmerzlich spürbar, und die Kompetenzen sind nun klar aufgeteilt: Micha, der Vater von Lisas Kind, ist der passive, hilflos Abwartende, während für Lisa der handelnde Part bleibt. Sie und ihre „Verbündeten“, allesamt Frauen übrigens, führen aus, was Lisa, den antriebslosen Micha im Schlepptau, beschlossen hat: eine Schwangerschaft kann nicht sein, nicht jetzt, wo beide „Eltern“ zwischen Abitur und Studium stehen.
Die lange Fahrt im „Intercity“ – so der Titel von Nina Schindler – und der Aufenthalt in Hamburg geraten zur schonungslosen Bestandsaufnahme. Zwar lässt die Autorin immer wieder die schöne Liebesgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen einfliessen. Im Vordergrund aber steht die tiefe Einsamkeit der jungen Frau. Das Gespräch mit den Eltern such Lisa erst gar nicht, und die Kleinbürgerlichkeit der Heimatstadt macht zusätzlich Angst, so dass sich Lisa lieber in die Anonymität der Grossstadt flüchtet, wo die Helferinnen freundlich und kompetent, aber auch reichlich sachlich sind.
Überzeugend ist die sprachliche Auseinandersetzung mit dem Thema: das ungeborene Kind als elendes Missgeschick, als Fussangel, Betriebsunfall die Abtreibung dann als Erlösung, Rückkehr ins Leben. Lisa durchleuchtet diese Gebrauchswörter, lebt ihre Wut und Trauen und „löst“ ihr Problem am Ende im Bewusstsein, einen von zwei schlechten Wegen gewählt zu haben. Nina Schindler macht weder der Heldin noch den Leserinnen die Entscheidung einfach.
Berner Zeitung BZ
(vom 08.12.’93 – Kultur -)
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Nina Schindler: Intercity
Lisa verabschiedet sich am Stuttgarter Hauptbahnhof von ihrem Freund Micha und steigt in den „Intercity“ nach Hamburg. Im Abteil sitzt sie wie ein Häufchen Elend am Fenster. Kaum sind die letzten Häuser verschwunden, heult sie „Rotz und Wasser“, wie schon so oft in den letzten zwei Wochen. Not, Verzweiflung und Angst haben wieder von ihr Besitz ergriffen. Was könnte besser Abhilfe schaffen, als im „Nachtbuch“ nachzulesen, wie schön vor DEM alles noch war. Es ist eine wundervolle Liebesgeschichte, die Lisa da aufgeschrieben hat, die Geschichte zweier glücklich verliebter Jugendlicher. Die Erinnerungen an die zwanglose Zeit werden wach, und eine ungeheure Wut „breitet(e) sich in Lisa aus.“
„... ich bin unterwegs zu einer Abtreibung. In meinem Bauch wächst etwas, das zu einer anderen Zeit ein Riesenglück hätte sein können. Aber jetzt ist es falsch. Jetzt ist es zu früh“, schreibt sie ihre Gedanken ihrer Zugnachbarin zu, der sie in ihrem Zorn alle möglichen Klischeeargumente der Abtreibungsgegner unterstellt. Nun, jetzt ist es endlich ‚raus. Der Wutanfall, wenn auch stimmlos, wirkt wie eine Befreiung. Lisa ist von nun an nicht mehr hilflos in ihrer Verzweiflung und Angst ausgeliefert. Die Zweifel, die „endlosen Gespräche“ mit Micha, die immer wieder verworfenen Tagträume eines glücklichen Familienlebens, die Quälerei auf „der Suche nach der richtigen Entscheidung“, die es, wie sie jetzt weiß, nie geben kann. Die letzten Wochen sind wieder präsent. Aber Lisa kann jetzt ihre Gedanken immer klarer artikulieren. Am Bahnhof in Hamburg wartet ihre Lieblingskusine Elsa, die dort studiert und einen Termin bei Pro Familia vereinbart hat.
Die zweite Hälfte des Buches spiel in Hamburg. Lisa entdeckt die Lebensweise ihrer Kusine; die WG-Küche strahlt Gemütlichkeit aus. Lisa kann sich öffnen kann mit einer Nichtbetroffenen reden, zuerst mit Elsa, dann mit der Beraterin von Pro Familia. Die Gründe zu ihrem Entschluß werden ihr immer deutlicher, und sie lässt das Drängen zu, „der ganzen unerträglichen Lage ein Ende (zu) bereiten“: „Wir – also mein Freund und ich – fühlen uns beide von dieser Situation erpreßt, ... und dabei haben wir uns ja alle Mühe gegeben, solch eine Situation zu vermeiden... Schließlich habe ich doch die Pille genommen.“ Sie wüsste nicht, daß einen Tag lang Erbrechen die Wirkung der Pille zunichte machen kann.
Schließlich ist Lisa so sicher, für sich das einzig Richtige zu tun, daß sie ihre Überzeugung herausschreit – und dabei ihre sonst nicht so leicht aus der Fassung zu bringende Kusine in Verlegenheit bringt: „Ich will noch keine Mutter sein. Ich bin noch keine. Weder in meinem Kopf, noch in meinen Gefühlen ... Ich muß doch erst wissen, wer ich bin und was ich kann.“ Nach dem Eingriff – „War das alles?“ – fühlt sich Lisa wieder wie „eine Schülerin mit ganz normalem Ärger...“ Sie gehört wieder dazu, und kann sich jetzt auf’s Abi konzentrieren.
Ein ernstes Buch? Ganz bestimmt. Ein langweiliges, trauriges Buch? Keineswegs. Es ist ein spannendes Buch: die ständigen Rückblicke, die Entwicklung Lisas vom heulenden Bündel zu einer entschlossenen Person lassen beim Lesen immer wieder Neugier aufkommen. Es ist eine schöne Liebesgeschichte, von der jede/r nur träumen kann. Es ist ein lustiges Buch: der feministische Tick Elsas, die jede/n korrigiert, der/die das Femininum nicht gebraucht, wenn es um eine Frau geht, und nicht zuletzt die Beschreibung der Mitglieder – sollte ich MitgliederInnen schreiben“ – der WG entlocken immer wieder in Schmunzeln.
Es ist ein Aufklärungsbuch: Nach dem Pillenunfall werden alle notwendigen Schritte für eine Abtreibung und der Eingriff selbst erklärt. Die unerläßlichen Beratungsgespräche könnten Protokollen entstammen.
Es ist – nicht nur wegen des Themas – ein engagiertes Buch: Ist Lisa nicht eine leichte Beute für die „Lebensschützer“? Bis auf ihr Alter spricht doch nichts gegen ein Kind. Oder? Aber und vor allem ist es ein Buch, das die jungen Menschen ernst nimmt in ihrer ersten Liebe, in ihrem Verantwortungs- und Selbstbewußtsein, in ihrer Fähigkeit, ihr Leben in die Hand zu nehmen.
Es gehört eine große Portion Können dazu, soviel Wichtiges auf 117 Seiten zu schreiben und das Kunststück zu schaffen, an Lisas Gefühlen teilhaben zu lassen, ohne in irgendeinem Satz Mitleid aufkommen zu lassen und ohne eine Minute zu langweilen.
Wie kann Lisa zu ihrem normalen Leben zurückkehren? Wie wird sie sich in einigen Monaten oder Jahren fühlen“, werden sich mit Sicherheit einige fragen. Diese Episode wird an Lisa bestimmt nicht spurlos vorbeigegangen sein. Es ist aber ein geschlossenes Kapitel in ihrem Leben. Wie es dann weitergeht, ist eine andere Geschichte.
„Intercity“ sollte zur Pflichtlektüre werden, wenn es in der Schule um Aufklärung geht, denn schließlich ist es kein abstraktes Aufsatzthema – oder für 12-13jährige doch? Jede/r kann betroffen werden.
„Eselsohr“ 12. Jg. 12/’93
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Nina Schindler : Intercity
Die achtzehnjährige Gymnasiastin Lisa reist im Intercity zu ihrer Kusine Elsa nach Hamburg. Sie hat eine der schwersten Entscheidungen ihres Lebens vor sich: Sie ist schwanger und weiß nicht sicher, ob sie abtreiben soll.
Sie wohnt in Elsas WG; sie lernt dabei selbständige junge Menschen kennen, die sich mit Energie und in Freiheit um ihre Angelegenheiten kümmern; mit Wehmut blickt sie auf deren Leben.
Elsa bringt Lisa zu Pro Familia. Dort wird ihr in einem langen, intensiven Gespräch mit einer Beraterin klar, daß weder sie selbst noch ihr Freund Micha reif und bereit sind, ein Kind zu haben. Sie entscheidet sich für Abtreibung, die sie auch rasch durchführen läßt.
Nina Schindler schreibt interessant und unsentimental. Sie montiert mehrere Zeitstufen (Gegenwart, Vergangenheit in Tagebuch und Erinnerung) und zeigt Lisa in ihren zwiespältigen Gefühlen. Sie geht aber auch die zahlreichen in der Diskussion über diese Problematik vorgetragenen Argumente aus der Sicht Lisas durch. Schließlich führt sie Lisa zu einem Entschluß, der v on dieser sowohl gefühlsmäßig als auch rational getragen wird.
Insgesamt gelingt es Nina Schindler, das Thema ‚ungewollte Schwangerschaft’ von vielen Seiten zu beleuchten.
Ein Buch für Jugendliche ab 14 Jahre.
Die JU-BU-Crew, Arbeitsgemeinschaft Jugendbuch Göttingen
wählte zum Buch des Monats
September 1993
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Nina Schindler: Intercity“
Intercity nach Hamburg: Lisa lässt die vergangenen Wochen immer und immer wieder Revue passieren. Die endlos langen und quälenden Gespräche mit Micha, das ewige Grübeln – hin und her -, bis sie eine Entscheidung getroffen hatte. Ob es eine gute Entscheidung ist? Lisa weiß es nicht. Sie weiß nur, daß sie nun in diesem Zug sitzt und zu Elsa nach Hamburg fährt. Ihre Cousine ist die einzige, die ihr jetzt helfen kann. Lisa ist schwanger. Der Gedanke macht sie wütend. Kein einziges Mal hat sie die Pille vergessen. Blöde Darmgrippe! Dabei steht Lisa kurz vor dem Abi, möchte studieren, endlich von zu Hause ausziehen.
Bravo „Girl!“ Nr. 14 – 30.06.’93
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Schindler, Nina: Intercity
Die 17jährige Lisa, Schülerin in einer westdeutschen Kleinstadt, wird ungewollt schwanger. Nach vielen Gesprächen mit ihrem Freund und heimlichen Arztbesuchen außerhalb des Wohnortes entschleißt sie sich zu einem Abbruch. Sie fährt aus diesem Grunde zu ihrer Kusine nach Hamburg, wo die Beratung stattfindet und der Eingriff vorgenommen wird.
Die quälenden Selbstzweifel der 17jährigen Lisa, die Schwierigkeiten mit der eigenen Unreife, dem Minderwertigkeitsgefühl innerhalb der bürgerlich-geordneten Familie, die Suche nach Anerkennung neben der großen, alles perfekt machenden Schwester, das Werben des Freundes, das Wagnis der ersten Liebe, die Hilflosigkeit bei der Feststellung der Schwangerschaft, der innere Kampf um die richtige, weil so endgültige Entscheidung – dies alles ist von der Autorin mit Sympathie für die Ich-Erzählerin, Überzeugungskraft und erzählerischem Geschickt dargestellt. Die Erlebniswelt der Jugendlichen, ihre Verwirrung und ihre Schwierigkeiten mit sich selbst und den sie umgebenden Erwachsenen ist nachzuvollziehen.
Kein modisches Buch, sondern ein wichtiger Beitrag zum immer aktuellen Thema 218.
Für Leserinnen ab 14 Jahre.
Arbeitskreis Berliner Jugendbibliotheken
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Schindler, Nina: Intercity
Kurz vor dem Abitur passiert das Mißgeschick: Lisa, heftig entflammt für den „Zivi“ Micha, wird schwanger. Nach langen Überlegungen entscheidet sie sich für den Abbruch, den sie, beraten von Pro Familia, in Hamburg, weit weg von den ahnungslosen Eltern, vornehmen läßt. Zu unreif, Mutter zu werden: das ist die Quintessenz ihrer nicht sonderlich tiefgehenden Ich-Befragung, die mit dem medizinisch genau beschriebenen Eingriff endet. Die deutliche Verteidigung des weiblichen Rechts auf den eigenen Körper liegt ganz im Trend. Treffende, etwas flapsige Zeichnung der beiden Hauptakteure, deren Auseinandersetzung mit einer in ihren Verästelungen erkannten, aber zu flach behandelten Problematik nicht ganz befriedigt. Aber als wieder flott und schnörkellos erzählter Liebensroman (vgl. auch BA 4/92) mit wichtiger Thematik breit verwendbar. (IK: Freundschaft – Liebe)
ekz-Informationsdienst
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Schindler, Nina: Intercity
Nach der Verfassungsentscheidung ein nicht mehr ganz aktuelles Buch zum Thema Abtreibung. Die Heldin wird von der Außenwelt nicht zu sehr behelligt und beschäftigt sich mehr mit den eigenen Gefühlen. Die Autorin umgeht mit knapper Not der Gefahr feministisch-programmatischer Reden (u.a. in der Person der helfenden feministischen Elsa). Das Buch kam in einer Schulklasse (15jährige) gut an. Das literarisch wenig interessante Buch ist eher für den Sozialkunde- und den Religionsunterricht geeignet.
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GE
Landesstelle: Rheinland Pfalz Ausschuß: Mainz
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Schindler, Nina: Intercity
Lisa ist im Intercity (so der Titel) auf dem Weg zu der Klinik, wo bei ihr eine Abtreibung vorgenommen werden soll. das Buch beginnt beim Einsteigen in den Zug und blick auf die vergangenen Tage der Sorgen, Verzweiflung und Entscheidung zurück. Lisa isst „durch ein elendes Missgeschick“ schwanger geworden, obwohl sie die Pille nimmt, und sie fühlt sich einfach noch nicht reif für ein Kind. Gott sei Dank hat sie liebe Menschen um sich, mit denen sie reden kann; trotzdem weiß sie, daß die Entscheidung ganz bei ihr alleine liegt.
Die Autorin und damit das Buch bleibt sehr neutral, verurteil die Entscheidung der Abtreibung nicht, ermutigt im Gegenteil dazu, auch dazu, jeweils das zu tun, was man im Moment für richtig hält. Deutlich wird am Ende des Buches die große Erleichterung dargestellt und damit die Entscheidung für gut befunden.
Ein Buch, das Mut macht in einer solchen Situation, aber auch ohne eine derzeitige, traurige Lage lesenswert ist.
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
Landesstelle: Bayern Ausschuß: München
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Schindler, Nina: Intercity
Ein Tabuthema greift die Autorin dieses Buches auf: Es geht um Abtreibung.
Die Schülerin Lisa ist ungewollt schwanger geworden. Weder sie noch ihr Freund können sich zu diesem Zeitpunkt vorstellen, zu heiraten oder ein Kind zu erziehen. Lisa macht sich die Entscheidung nicht leicht, doch die Abtreibung erscheint ihr als einzige Lösung. Ihren Eltern kann sie sich nicht anvertrauen, aber eine Cousine hilft ihr, die schlimme Erfahrung durchzustehen.
Der Handlungszeitraum beschränkt sich auf wenige Tage. Die Geschichte beginnt mit der Zugfahrt nach Hamburg, wo Lisa den Eingriff vornehmen lassen will und endet gleich nach der Abtreibung. Die Leser erfahren, was während dieser Zeit in dem jungen Mädchen vorgeht, erleben ihre Ängste, Zweifel und Hoffnungen mit. Im Rückblick erfährt man auch die Vorgeschichte.
Die Autorin steht dem Schwangerschaftsabbruch – zumindest in Notlagensituationen – positiv gegenüber. Die Entscheidung der Schwangeren rangiert vor dem Lebensrecht des Ungeborenen. Andere Lösungen (wie etwa Adoption) werden abgelehnt. Detailliert werden die Empfindungen einer Betroffenen bei einer Abtreibung beschrieben. Das Buch kann dazu beitragen, jungen Leserinnen die Angst vor einer Abtreibung zu nehmen. Für Mädchen ins Lisas Situation kann es eine Entscheidungshilfe darstellen, andererseits aber – bedingt durch den allzu positiven Schluß – die Leserinnen zu Leichtfertigkeit bei der Schwangerschaftsverhütung verleiten.
BLLV – Jugendschriftenausschuß Mittelfranken
LV: Bayern JA Sitz: Bad Windsheim
07.10.93
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Schindler, Nina: Intercity
Lisa geht noch zum Gymnasium und steht kurz vor dem Abitur, als sie schwanger wird. Sie und Micha lieben sich, fühlen sich aber noch nicht reif genug für die Verantwortung, ein Kind großzuziehen. Selbst über den dauerhaften Fortbestand ihrer Beziehung wagen sie keine Prognose.
Sie entschließt sich zum Schwangerschaftsabbruch und fährt zu ihrer Freundin Elsa nach Hamburg. Dort liebt diese mit anderen Studenten in einer WG. Elsa begleitet die psychisch sehr angegriffene Lisa zur Beratungsstelle Pro Familia und ist auch beim Abbruch im Krankenhaus dabei. Lisa hat Gewissensbisse, ist gleichzeitig jedoch froh, wieder als „normale“ Schülerin leben zu dürfen.
Die Thematik bewegt sicher viele junge Frauen. Die Autorin verzichtet auf eine Wertung und bemüht sich um objektive Darstellung der Gewissenskonflikte und des Weges, wenn man sich zum Abbruch entscheiden hat.
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
Landesstelle: NRW Ausschuß: Leverkusen
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Schindler, Nina: Intercity
Auf der Zugfahrt von Stuttgart ins liberale Hamburg hat Lisa Zeit, alles was im letzten Jahr geschah und sie schließlich zu der Reise veranlasst, an sich vorbei ziehen zu lassen. In Hamburg will sie ihre Cousine besuchen, die für sie aber auch bei Pro Familia einen Termin zum Abtreiben arrangiert hat. Mit ihrem Freund hat Lisa alle Alternativen überlegt, er hätte jede Entscheidung mitgetragen. Lisa will aber in Ruhe erwachsen werden und sich auf ein Studium konzentrieren. In Hamburg wird Lisa verständnisvoll behandelt und kehrt erleichtert und gereift zurück.
Lisas Reise ist die erste Hälfte des Buches. Ihre Gedanken und Passagen aus dem Tagebuch führen den Leser allmählich auf das Problem. Lisa ist ergreifend in ihrer Verzweiflung und der Wutz auf das ungerechte Schicksal. Die zweite Hälft irritiert. Man/frau glaubt sich unversehens in eine Broschüre verirrt zu haben, die von Pro Familia in Zusammenarbeit mit ältlichen WG-Begründern erstellt sei. So viel Harmonie macht mißtrauisch. Schön für Lisa, denkt Frau, aber auch: Welcher pädagogische Zeigefinger verbirgt sich hinter dem Schmus?
Die Lektüre macht zumindest nachdenklich.
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
Landesstelle: Niedersachsen Ausschuß: Hannover
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Schindler, Nina: Intercity
Eine Schülerin stellt mitten im Abi fest, daß sie schwanger ist. Eine emotional aufreibende Zeit beginnt, weil Lisa nicht klar ist, wie es weitergehen soll. Schließlich entscheidet sie sich für den Schwangerschaftsabbruch.
Die Autorin spricht einen problematischen Themenkreis an, der von einem Mann kaum angemessen beurteilt werden kann. Mir wurde durch das Buch aber die Vielschichtigkeit des Problems noch mal deutlich vor Augen geführt. Die Lösung ergibt sich, dem heutigen, modernem Zeitgeist entsprechend zwangsläufig.
Insgesamt betrachtet, handelt es sich aus meiner Sicht um ein ausgezeichnetes, wirklich lesens- und empfehlenswerte Buch mit stark sachorientiertem Inhalt, der erlebnishaft dargestellt wird.

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
Landesstelle: Bremen Ausschuß: Brhv.
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Schinder, Nina: Intercity
Der neue Roman von Nina Schindler ist äußerst spannend. Einmal begonnen kann Leserin ihn nicht mehr beiseite legen. Das heikle Thema – Die schwangere Abiturientin Lisa fährt im Intercity nach Hamburg, um abzutreiben – löst in der Regel konträre Meinungen aus. Meiner Meinung nach ist es gut gelungen die Widersprüchlichkeit der Gefühle Lisas und ihre verzweifelte Suche nach einer Problemlösung darzustellen. Die Autorin macht es sich nicht leicht, für die eigene Entscheidungsfreiheit von Frauen einzutreten. Von Lisas Lieblingscousine wird am offensivsten die Losung im Kampf für die Streichung des § 218 „Mein Bauch gehört mir“ vertreten. Das Buch verficht geschickt die Position von Pro Familia: Beratung über alle Möglichkeiten, dann Entscheidungsfreiheit für die Frau und Unterstützung der persönlichen Entscheidung. Ich halte Lisas Geschichte, die wohl bewußt nicht „fertig“ wird, für hervorragend geeignet, sich (das sind sicherlich oft Leserinnen) mit dem Problem nicht nur in Nachtbüchern auseinanderzusetzen. Geren lesen wird Frau es allemal.
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
Landesstelle: Hessen Ausschuß: Westerwald
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Nina Schindler: Intercity
Nina Schindler beschreibt in ihrem Buch den Konflikt einer 17-jährigen, die ungewollt schwanger wurde. Sie entscheidet sich gegen das Kind. Ihre Argumente sind für Jugendliche einleuchtend und sorgfältig abgewogen. Sie macht sich ihre Entscheidung nicht leicht. Doch am Endes ist diese Entscheidung wirklich nachvollziehbar.
Thema und Sprache dieses Buches erscheinen geeignet für Jugendliche ab 14/15 Jahre.
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
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Nina Schindler: Intercity
M ö r d e r i n ?
Lisa lebt in einem kleinen Städtchen in Süddeutschland, steht kurz vor dem Abitur, ist schwanger, fährt nach Hamburg zu einer Abtreibung – soweit die äußere Handlung. Was dieses Buch wichtig macht, ist die Ehrlichkeit, mit der Nina Schindler Lisa auf diesem Weg in die Klinik begleitet. Da wird nicht beschönigt, aber auch nicht verteufelt. Lisas Zweifel kommen zur Sprache, ihre Trauer, ihre Wut, ihre Einsamkeit angesichts einer Entscheidung, die – wie sie auch ausgeht – Narben hinterlassen wird. Lisa, die Lieblingscousine, bietet mit schöner Selbstverständlichkeit ganz unsentimental Halt und Hilfe, aber auch sie kann nicht eindringen in die Glocke aus Verzweiflung, unter der Lisa das Atmen schwerfällt. Und dann Lisas Euphorie nach dem Eingriff: „Ich bin wieder eine von euch, ich kann mich wieder über Pauker ärgern, ich kann wieder Quatsch machen und albern sein – oh, ist das schön, ist das schön!“
„Emma“ Nr. 4 Juli/August ‚94
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Schindler, Nina: Intercity
Lisa – noch Schülerin – ist schwanger und weiss nicht mehr weiter. Nach einem Gespräch bei der Beratungsstelle Pro Familia wird ihr aber eine Abtreibung vermittelt. Also reist Lisa ohne das Wissen ihrer Eltern in die Stadt, lässt den Eingriff vornehmen, und alles ist wieder in schönster Ordnung.
Das Buch von Nina Schindler liest sich wie eine Werbebroschüre für Abtreibungen. Gerade wenn man dem Schwangerschaftsabbruch in gewissen Situationen positiv gegenübersteht, sollte man im Interesse einer Sache eine nicht ganz so beschönigende Darstellung des Problems bevorzugen.
c / ab 14 / J Freundschaft, Schwangerschaft / DS
jugend literatur aktuell ‚ Frühjahr 94
[Keine Beschreibung eingegeben]

Schindler, Nina: Intercity
Ein Buch, dessen Wichtigkeit durch das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts bestätigt wird. Es ist die Geschichte eines 17jährigen Mädchens, die trotz Pille schwanger wird. Sie fühlt sich nicht reif genug das Kind auszutragen und entschließt sich zum Abbruch. Das Buch ist ein Plädoyer für die Selbstentscheidung einer Frau, die diesen letzten Schritt nach inneren Kämpfen, Zweifeln und Bangen unternimmt. Es zeigt, daß die einseitige Verurteilung der Lebensschützer die Situation falsch einschätzt und daß die Verantwortung für den Abbruch auch eine neue Chance für die Zukunft bietet: zu reifen und verantwortlich zu handeln. Die Sprache und der Stil entsprechen der Lebens- und Ausdrucksweise junger Menschen. Das Buch kann als wichtige Entscheidungshilfe empfohlen werdne.
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
Landesstelle: Baden-Württemberg Ausschuß: Malsch
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Schindler, Nina: Intercity
Nina Schindler greift das aktuelle Problem der ungewollten Schwangerschaft einer Schülerin auf und gestaltet Gefühle und Sorgen aus ganz individueller Sicht der betroffenen jungen Frau. Während die Verhaltensweisen vor dem Abbruch (Ängste, Notwendigkeit verständnisvoller Mitmenschen) sehr realistisch dargestellt werden, herrscht nach dem Abbruch allein das Gefühl der Freude. Mögliche Gefahren während und nach einer Unterbrechung der Schwangerschaft werden, wenn überhaupt, nur am Rande erwähnt.
Die sprachliche Gestaltung ist der Ausdrucksweise junger Menschen angepaßt und wirkt überzeugend.
I. Wittke
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
Landesstelle: M/V Ausschuß: Wismar
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Schindler, Nina: Intercity
Trotz aller Vorsicht – eine Magen- und Darmverstimmung hat die Wirkung der regelmäßig eingenommenen „Pille“ unterbrochen – wird die achtzehnjährige Lisa ungewollt schwanger. Ihren „kleinbürgerlichen“ Eltern mag sie damit nicht kommen. Deshalb fährt sie mit stillschweigendem Einverständnis ihres Micha mit dem Intercity von Süddeutschland nach Hamburg, wo ihre Cousine Elsa mit ihr die gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsgespräche und dann die Klinik zum Schwangerschaftsabbruch besorgt.
In flottem, deswegen aber keineswegs verantwortungslosem Stil läßt die Autorin ihre Protagonistin diese schwere Entscheidung gegen das Kind mit allen Zweifeln und Selbstvorwürfen suchen und finden. Auch dem Leser von 15 Jahren an werden diese Zweifel sehr deutlich vorgestellt. War diese Entscheidung richtig?
Arbeitskreis „Jugend und Buch“
im Reg.-Bez. Detmold
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Schindler, Nina: Intercity
In Lisas Bauch wächst etwas, was zu einer andern Zeit ein Riesenglück hätte sein können. Lisa steht aber kurz vor dem Abitur, hat berufliche Zukunftsängste und möchte erst mal wissen, wer sie ist, bevor sie Verantwortung für ein Kind übernimmt. Nun sitzt sie im Intercity und fährt nach Hamburg, um abzutreiben. In Rückblenden erfahren wird, wie wunderbar sich die Liebe zu Micha entwickelt hat und wie belastbar die Beziehung ist. Nüchtern und sehr detailreich ist die eigentliche Operation, die nach einem guten Vorgespräch geführt wird, beschrieben. Echt und überschwänglich die Freude und Erleichterung als alles vorbei ist. Die ganze Gefühlspalette von der hilflosen Wut über sentimentale Familienvisionen bis zur Panik ist da. Der Entscheid stimmt für sie ganz allein und hat keinerlei Modellcharakter. – Eine Darstellung eines Einzelfalls mit plausibler „Lösung“ wie man sie sich besser nicht wünschen könnte.
Ab 14. Sehr empfohlen! hbn Sexualität
Bücherbär
Berliner Jugendschriften-Kommission
Nov. 93
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Schindler, Nina: Intercity
Lisa, ein noch nicht 20-jähriges Mädchen, sitzt im Intercity von Stuttgart nach Hamburg und reflektiert über ihr Leben. Sie ist traurig, es geht ihr schlecht, weil sie schwanger ist. Sie und ihr Freund Micha wollen kein Kind, und so fährt Lisa zu ihrer Cousine nach Hamburg, wo diese bereits die nötigen Termine vereinbart hat. Auch Lisa war schon beim Arzt und hat ihrerseits die erforderlichen Atteste ohne Probleme erhalten. Die Abtreibung wird dann auch ausgeführt und Lisa fühlt sich wieder glücklich. Es war ja alles so einfach; gefährlich einfach und wohl auch unrealistisch.
Lisa wurde schwanger, weil die Pille wegen einer Magen-Darmgrippe ihre Wirkung verlor. Darüber wusste sie begreiflicherweise nicht Bescheid, hatte sie die Pille doch von einer Freundin erhalten – und das, obwohl sie sich zweimal jährlich von einem Frauenarzt untersuchen liess! Grund: sie fürchtete das Geschwätz im Städtchen! Zum anderen kommt im Buch auch das Wort AIDS nicht einmal vor. Das Präservativ wollte Micha ja zur Verhütung nehmen, nur Lisa schreibt darüber: „Aber da habe ich so Horrorgeschichten gehört, dass die kaputt gehen können.“ Was müssen Jugendliche von der ganzen AIDS-Aufklärung halten, wenn auf der anderen Seite auch im Jahre 1993 noch Jugendbücher zum Thema Liebe/Sexualität erscheinen, in denen AIDS einfach verschwiegen wird!
Aus meiner Sicht ist „Intercity“ ein verantwortungsloses Buch.
Kommission für Schul- und Gemeindebibliotheken des Kantons Luzern

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