Flunkerferien

Beltz, 1995
92 Seiten



Inhaltsangabe
Katja, die bei der Lektüre von Liebesromanen dahinschmilzt, die sich vom Leben total vernachlässigt fühlt, die viel lieber so aussähe wie ihre Freundin Verena, diese Katja also fährt mit ihren Eltern und ihren Geschwistern in den Sommerferien an die Ostsee. Öde!
Die Brüder nerven, die Eltern turteln, und Katja – langweilt sich.
Da hilft nur eins: ein Verehrer muss her!
Mit ein bißchen Phantasie läßt sich das langweilige Strandleben doch noch aufpeppen, und auch die Briefe, die Katja an ihre Freundin Verena schreibt, werden immer prickelnder ...

Rezension
Schindler, Nina: Flunkerferien: [die Ferien an der Ostsee sind furchtbar langweilig ... ein Verehrer muß her]
Katja muß mit ihren Eltern und 3 „gräßlichen“ Brüdern Familienferien an der Ostesee verbringen. Um der öden Langeweile, ihren schrecklichen Minderwertigkeitsgefühlen und einem absoluten Stimmungstief zu entkommen, erfindet sie in Briefen an die vielbewunderte, superhübsche beste Freundin Verena eine tolle Love-Story. Geschult durch einschlägige Schnulzenlektüre, ersteht das Bild des Helden Mortimer, der in sich alle erdenklichen Vorzüge, innere und äußere Werte vereinigt, um praktischerweise am Ende des Urlaubs mit seinen Eltern nach Amerika zu verschwinden. Parallel zu diesen Höhenflügen entwickelt sich eine wirkliche, so ganz andere, aber echt anrührende erste schüchterne Freundschaft zu einem Gleichaltrigen. Die kleine, vergnüglich zu lesende Erzählung besticht durch ihr augenzwinkerndes Verständnis für die „Scheißpubertät“, ihren Humor und Sprachwitz – Empfohlen! ab 12.
R 11 Ju
ekz-Informationsdienst
[Keine Beschreibung eingegeben]

Schindler, Nina: Flunkerferien
Hier hat Nina Schindler ein locker-flockiges Buch für LeserInnen zu Beginn der Pubertät geschrieben. Sprachlich und inhaltlich ist es ehr jugendgemäß. Ohne Probleme im Hinterkopf will es nur unterhalten: öde Ferien zu Hause oder mit Eltern und Geschwistern phantasievoll aufmotzen. Es macht echt Spaß zu lesen, wie sich Katja zum Zeitvertreib langweilige Strandtage an der Ostsee (inkl. Hüten des kleinen Bruders) einerseits im Tagebuch von der Seele schreibt, andererseits sich in eine geflunkerte Liebesgeschichte hineinsteigert, die sie brühwarm ihrer Freundin Verena in Briefen offeriert. Diese beiden Erzählebenen werden durch Kursivdruck auch äußerlich deutlich, und die Textform Tagebuchroman ist eigentlich zum häppchenweisen Lesen vorm Schlafengehen gut geeignet. Sowohl Katjas Vorliebe für Liebesschmöker als auch die heimlichen Begierden möglicher LeserInnen werden eher dazu führen, das Buch zu verschlingen und am Ende enttäuscht festzustellen: Da war ja gar nichts los. Aufgrund des fehlenden Tiefgangs kann dies Buch nur zur amüsanten Unterhaltung für LeserInnen empfohlen werden, die deutlich jünger als die Protagonistin sind, z.B. für 6.-Kläßler (Vorlesewettbewerb z.B.)
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
Landesstelle Hessen
Ausschuß Westerwald
[Keine Beschreibung eingegeben]
Schindler, Nina: Flunkerferien
Klassifikation: Stoffkreis J Mädchen / Liebe , 12 Jahren
Katja liest fürs Leben gern Liebesromane und träumt davon, so schön und begehrenswert zu sein wie ihre Romanheldinnen, oder wenigstens so attraktiv wie ihre Freundin Verena. Zusammen mit ihren Brüdern und den Eltern verbringt sie die Ferienwochen an der Ostsee. Etwas Langweiligeres kann sich Katja kaum vorstellen. Was soll da schon Aufregendes passieren? Mit Verena hat sie abgemacht, dass man sich gegenseitig jeden Tag schreibt und auf dem laufenden hält. Doch was schreiben, wenn der einzige Junge in der Nachbarschaft so gar kein Vorzeigetyp ist, sondern ein Brillenheini und dazu noch fast ein Jahr jünger! Katja mangelt es nicht an Phantasie. So erfindet sie einfach einen Traummann mit Namen Mortimer und dichtet ihm alle Eigenschaften an, die dem scheuen Moritz fehlen. Am Ende der Ferien lässt sie ihre grosse Liebe einfach mit seiner Familie nach Amerika verschwinden. Und dabei hat sie sich doch ein bisschen in Moritz verliebt, aber das hat ausser Mutter wahrscheinlich keine bemerkt.
Eine humorvolle Feriengeschichte um erste Gefühle und Träume, wie sie Mädchen dieser Alterstufe beschäftigen. Die kursiv gedruckten Briefe der beiden Mädchen unterbrechen die Erzählebene immer wieder und stellen Wirklichkeit und Wunschdenken nebeneinander. Ein phantasievolles, leichtverständlich geschriebenes Mädchenbuch!
Kommission für Schul- und Gemeindebibliotheken des Kantons Luzern, Sentimatt 1, Ch-6004 Luzern
28.03.95
[Keine Beschreibung eingegeben]

Das Leben ist keine Generalprobe
Nina Schindler: Flunkerferien, Anrich Verlag Weinheim 1995
Traummännerphantasien und erste Liebe in Jugendbüchern
Nina Schindlers Buch „Flunkerferien“ beginnt auch mit dem Thema Freund. „Manchmal könnte ich sie umbringen“, findet Katja ganz realistisch, und auch sonst versteckt sie ihre Gefühle nicht. Manchmal fällt es ihr schon sehr schwer, sich mit dem Leben, wie es ist, einfach abzufinden. Die angenehmeren Seiten des Lebens ereignen sich in Liebesromanen, für die Katja dahinschmilzt. Aber sie findet auch andre Ebenen, die Realität ein klein wenig zu verändern. Einen furchtbar langweiligen Familienurlaub an der Ostsee hat sie vor sich. Und in diesem Sommer muß etwas passieren, der Traummann muß her.
In Briefen an ihre Freundin entwirft sie eine zünftige Liebesgeschichte, in der ein gutaussehender 18jähriger eine Rolle spielt. Ihre Freundin Verena ist begeistert und erbittet brieflich alle Einzelheiten, ein guter Anlaß für Katja, die Geschichte detailreich auszubauen. Zeitgleich ereignet sich im richtigen Leben mehr, als Katja an der Ostsee vermutet hatte. Sie lernt Moritz kennen, und der „unsympathische Brillenheini“, der keinen „besonderen Body“ hat, entpuppt sich als netter Gefährte. Nina Schindler ist eine Geschichte gelungen, die die Traumfrauen- und Traummännerphantasien aufgreift. Katja als Hauptfigur ist mit einer guten Portion Distanz zu sich selbst und Humor ausgestattet, unschlagbare Waffen bei der Identitätsfindung.
Der Tagesspiegel, 25.06.1996
[Keine Beschreibung eingegeben]

Nina Schindler: Flunkerferien
Winterbucht aus dem Schwd. von Maike Dorries.
Nichts leichter als Liebe?
Von Traumboys, dem ersten Mal und dem Erwachsenenwerden in neuen Jugendgbüchern.
In einer ganz ähnlichen Situation wie Jessica befindet sich auch die 14jährige Katja in „Flunkerferien“. Ihre beste Freundin sieht aus „wie eine Mischung aus Annie Lennox und Kim Basinger“, ist unpassenderweise auch noch schrecklich nett – und sie lässt die Ich-Erzählerin noch unscheinbarer aussehen, als sie eigentlich ist. Wie Jessica verzehrt sich auch Katja –hier unterstützt durch intensivste Lektüre von Gartenlaube-Schnulzen à la Marlitt – nach ihrem nicht vorhandenen Traumboy. As sie mit ihrer Familie an der Ostsee die Ferien verbringen muss, bleibt der Briefwechsel mit der Busenfreundin der einzige Trost. Um ihre Briefe etwas aufzupeppen, erfindet sich kurzerhand eine schwülstige Liebesromanze, - „... dann hat sie (Verena) doch auch mal was vom Leben“ -, einschlägige Vorbilder hat sie ja genug. So tief steigert sich Katja in ihre Phantasiewelt mit Mortimer, dem „Wonderboy“, hinein, dass sie beinahe den netten Jungen am Strand, der sich offensichtlich für sie interessiert, übersieht. – Sicher keine tiefschürfende Geschichte, aber von der sympathischen und beherzten Katja frisch-frech von der Leber weg erzählt.
Während Katja (in ihrer Phantasie, wohlgemerkt) so „randvoll von Liebe“ für Mortimer ist, das sie „mit ihm garantiert ins nächste Bett gefallen wäre, wenn da eins gestanden wäre“.
Auch Mats Wahl ist einer dieser Autoren. Sein neustes Opus, „Winterbuch“ ist Lovestory, Milieustudie, alternativer Stockholm-Reiseführer, Entwicklungs- und Freundschaftsgeschichte zugleich. John-John und Fighter, beide 16jährig, voller verwegener Träume, Hobby-Boxer und auf der falschen, sprich armen, Seite der Winterbucht lebend, sind seit jeher die besten Freunde. Krumme Dinge zu drehen ist für die beiden an der Tagesordnung. Doch in diesem Sommer entfremden sich die zwei. Fighter beginnt eine Lehre als Schlächter und schliesst sich einer Gruppe Rechtsradikaler an; sein Umgang mit dem Farbigen John-John wird ein Ding der Unmöglichkeit. John-John selbst besucht eine Schauspielschule und verliebt sich in Elisabeth, ein Mädchen von der anderen Seite der Bucht. Dass er mit Fighter und seinem verhassten Stiefvater in die Villa von Elisabeths Eltern verwickelt ist, kostet ihn beinahe Elisabeths Liebe – und auch sein Leben.
„Schwester & Brüder, sagt nichts, flüstert nicht und vor allen Dingen: Ruft nicht! Schreibt euere Antwort in den Schnee, und kratzt sie mit euren Fingernägeln ins Eis. Es gibt nur diese eine Frage! O Brüder & Schwestern – was ist Liebe?“ Jedem der 42 Kapitel ist ein Prolog dieser Art vorangestellt.
In diesen ursprünglich in der Schule als Aufgabe verordneten Stilübungen à la Walt Whitman reflektiert John-John in gospelartigen Sätzen von seiner Kindheit, seine Ansichten von Freundschaft und Liebe. Der Gegensatz zu den oft lapidaren Beschreibungen seiner Umwelt und der Beschreibung der fragilen Innenwelt John-Johns, der in seinen Tagträumen in New York seinen Vater sucht, könnte nicht grösser sein. Liebesszenen, wie sie sinnlicher nicht beschrieben werden können, eine Spannung, die bis zum Schluss in Atem hält – „Winterbucht“ ist eines jener Bücher, die Jugendliche (ab 15 Jahren) und Erwachsene gleichermassen mit Genuss lesen können.
Offen und unverklemmt wird in der neuen Jugendliteratur das erste Mal geschildert. Gegen Aids und Nachwuchs schützt man sich mit Kondomen („Nichts leichter als Liebe?“) oder durch gegenseitige Masturbation („Winterbucht“).
Der kleine Bund, 1. Juli 1995
[Keine Beschreibung eingegeben]

Schindler, Nina: Flunkerferien
Katja liest gern Liebesromane und träumt davon, so schön und begehrenswert zu sein wie ihre Romanheldinnen, oder wenigstens so attraktiv wie ihr Freundin Verena. Zusammen mit ihren Brüdern und den Eltern verbringt sie die Ferienwochen an der Ostsee. Etwas Langweiligeres kann sich Katja kaum vorstellen. Was soll da schon Aufregendes passieren? Mit Verena hat sie abgemacht, dass man sich gegenseitig jeden Tag schreibt und auf dem laufenden hält. Doch was schreiben, wenn der einzige Junge in der Nachbarschaft so gar kein Vorzeigetyp ist, sondern ein Brillenheini und dazu noch fast ein Jahr jünger. So erfindet sie einfach einen Traummann mit Namen Mortimer und dichtet ihm alle Eigenschaften an, die dem scheuen Moritz fehlen. Am Ende der Ferien lässt sie ihre grosse Liebe einfach mit seiner Familie nach Amerika verschwinden. Und dabei hat sie sich doch ein bisschen in Moritz verliebt, aber das hat ausser Mutter wahrscheinlich keiner bemerkt.
Eine humorvolle Feriengeschichte um erste Gefühle und Träume, wie sie Mädchen dieser Altersstufe beschäftigen. Die kursiv gedruckten Briefe der beiden Mädchen unterbrechen die Erzählebene immer wieder und stellen Wirklichkeit und Wunschdenken nebeneinander. Ein phantasievolles, leichtverständlich geschriebenes Mädchenbuch.
Empfohlen. Ab 12 Jahren. mc
Kanton Luzern
Bibliotheks- und Medienberatungsstelle
Frühling ‚95
[Keine Beschreibung eingegeben]

Schindler, Nina: Flunkerferien
Katja (15) findet es furchtbar öde, mit ihrer Familie die Sommerferien an der Ostsee verbringen zu müssen. Die Langeweile vertreibt sie sich zuerst mit dem Lesen von Liebesromanen, einem ihrer Hobbies. Doch dann hat sie eine geniale Idee: Sie erfindet einen wunderbaren Verehrer und schreibt an die zu Hause gebliebene Freundin Verena von ihren tollen Abenteuern mit „Mortimer“. In Wirklichkeit ha sie nur den um fast ein Jahr jüngeren Moritz kennengelernt, der weder wie der imaginäre „Mortimer“ noch wie Robert Redford aussieht, aber doch ganz nett ist. Als die Ferien zu Ende sind, Moritz abgereist und „Mortimer“ verschwunden ist, kehr Katja gar nicht so ungern wieder in den Alltag zurück – auch wenn der halt nicht immer so toll ist, wie man es mit 15 gerne hätte...
Eine amüsante, leicht lesbare Feriengeschichte, aus der Sicht eines Teenagers geschrieben, mit allen Höhen und Tiefen, die dieses Alter mit sich bringt.
(Reisen; Mädchen)
Ab 14 Jahren RB
Schweizer Bibliotheksdienst 2/95
[Keine Beschreibung eingegeben]

Nina Schindler: Flunkerferien, ab 12 Jahren
Katja, die bei der Lektüre von Marlitt-Romanen dahinschmilzt, die sich vom Leben arg gebeutelt fühlt, die viel lieber so aussähe wie ihre Freundin Verena, die zwar inzwischen wenigstens ihre Tage bekommt, aber immer noch auf einen Busen wartet, diese Katja also fährt mit ihren Eltern und ihren Geschwistern an die Ostsee. Öde! Die Brüder nerven, die Eltern turteln, und Katja – langweilt sich. Abwechslung verschaffen ihr nur ihr Tagebuch und die Briefe an ihre Freundin Verena. Was liegt näher, als das öde Strandleben, das nur aus kleinen Brüdern und Sandburgen zu bestehen scheint, ein bißchen aufzupeppen? Man muß sich nur umschauen – das tut Katja dann auch und findet so schnell Personal und Szenen für spannende, prickelnde Briefe: Ein unglaublich gut aussehender Jüngling wird schnell zum Helden ihrer Berichte, und Verena, die zu Hause rumsitzt, giert nach Neuigkeiten von der Strandromanze. Manchmal hat Katja dann auch echte Mühe mit ihrer Story, und deshalb ist es eigentlich ganz gut, daß sie diesen Moritz kennengelernt hat.
Obermain-Tagblatt
17./18.6.95
[Keine Beschreibung eingegeben]

Nina Schindler: Flunkerferien
Der Traumann muß her. Nina Schindlers Buch „Flunkerferien“ beginnt auch mit dem Thema Freundin. „Manchmal könnte ich sie umbringen“, findet Katja ganz realistisch, und auch sonst versteckt sie ihre Gefühle nicht. Manchmal fällt es ihr schon sehr schwer, sich mit dem Leben, wie es ist, einfach abzufinden. Die angenehmeren Seiten finden sich in Liebesromanen, für die Katja dahinschmilzt. Aber sie findet auch andere Möglichkeiten, die Realität ein klein wenig zu verändern. Einen langweiligen Familienurlaub an der Ostsee hat sie vor sich. Und in diesem Sommer muß etwas passieren, der Traummann muß her. In Briefen an ihre Freundin entwirft sie eine Liebesgeschichte, in dem ein gutaussehender 18jähriger eine Rolle spielt. Ihre Freundin Verena ist begeistert und erbittet brieflich alle Einzelheiten. Anlaß für Katja, die Geschichte detailreich auszubauen. Gleichzeitig ereignet sich im richtigen Leben mehr, als Katja vermutet hatte. Sie lernt Moritz kennen, und der „unsympathische Brillenheini“, der keinen „besonderen Body“ hat, entpuppt sich als netter Gefährte.
Nina Schindler ist eine Geschichte gelungen, die die Traumfrauen- und Traummännerphantasien aufgreift. Katja als Hauptfigur ist mit einer guten Portion Distanz zu sich selbst und Humor ausgestattet, unschlagbare Waffen bei der Identitätsfindung.
Stuttgarter Zeitung,, 21.4.95
[Keine Beschreibung eingegeben]

Nina Schindler: Flunkerferien
Eine Geistesverwandte von Tine ist Katja, fast fünfzehn, die für Eugenie Marlitt schwärmt und von ihren hemmungslosen Eltern in den Ferien nach Travemünde geschleift wird. Das alles spielt sich ab in Nina Schindlers Roman Flunkerferien. In Travemünde, und auch sonst, träumt Katja von der großen Liebe, aber die ist in Travemünde nicht aufzureiben. Da lernt sie nur Moritz kennen, „einen ganz und gar unsympathischen Brillenheini“. Die Marlitt-geschulte Leserin weiß sofort: In den verliebt Katja sich. Tut sie auch, aber viel her macht er eben nicht, weshalb Katja sich den traumhaften Martimer aus den Fingern saugt. In Ihren Briefen an ihre beste Freundin zu Hause in Preungesheim schildert sie ihr Abenteuer mit Mortimer, die immer auf ihren Alltagserlebnissen mit Moritz beruhen. Die beste Freundin heißt Verena, und Katja hat es nicht immer ganz leicht mit ihr. „Verena ist meine beste Freundin. Manchmal könnte ich sie umbringen. Es ist nämlich ganz schön gemein, eine beste Freundin zu haben, die alles hat, was man selbst nicht hat“. Und einen schöneren Namen noch dazu: „Ich heiße Katja. Das klingt schon mal gleich wie eine Ohrfeige. Oder wenn man sich beeilt, sogar wie zwei. eigentlich heiße ich Katharina, das hört sich an wie eine Eisenbahn, die ins Stolpern kommt.“ Die ganze Geschichte vertraut Katja ihrem Tagebuch an, und ihr Bericht wird aufgelockert durch ihre langen Briefe an Verena und deren kurze Antworten. Denn in diesen Ferien erlebt Verena leider gar nichts, weshalb sie eifrig an Katjas Liebesromanze mit dem Traumprinzen Mortimer teilnimmt. Sogar per Telegramm fordert Verena die letzten Nachrichten, wenn Katja schon zu lange nicht geschrieben hat. Katja wiederum geht schließlich auf, daß Mortimer verschwinden muß, denn wie soll sie sonst erklären, daß er ihr nie schreibt und nicht zu Besuch kommt? Zum Glück besteht ihre Ferienlektüre aus Eugenie Marlitts genialem Roman „Das Geheimnis der alten Mamsell“, und diese Lektüre bringt Katja immer wieder auf neue Ideen, mit denen sie ihr Mortimer-Abenteuer anreichern kann. Allerdings wählt sie dann doch eine relativ alltägliche Methode, um Mortimer loszuwerden. Sein Vater ist nämlich ein reicher und hochbezahlter Manager, und „Mortimer muß mit seinen Managerleuten in die USA zurück.“ Leider teilt er ihr beim tränenreichen Abschied mit, daß er überhaupt nicht gern Briefe schreibt, womit auch dieses Problem erledig. Und weil das alles so tragisch ist, soll über das traurige Ende dieser schönen Liebschaft nicht mehr geredet werden: „Und deshalb musst du mir eins versprechen. Bitt! Der Name Mortimer soll nie mehr über unsere Lippen kommen! Der bleibt unser Geheimnis für immer und ewig.“ Damit aber hat sie ihr Schicksal besiegelt, denn Lügen haben kurze Beine und rächen sich unbarmherzig, und auch mit Moritz ist nun Schluß, dessen Familie verlässt nun nämlich Travemünde, und auch Moritz schreibt nur ungern Briefe. Und der Abschied ist längst nicht so romantisch wie der von Mortimer: „Es war ziemlich blöd, weil wir uns auf einmal gar nichts mehr zu sagen hatten. Er ist dann auch bald gegangen. Das doofste war, daß er mir zum Abschied die Hand gegeben hat.“ Das ist zwar äußerst tragisch, aber das Buch ist einfach so witzig, daß wir über das un-Marlitthafte Ende gelassen hinwegsehen.
Bulletin Jugend + Literatur 9/1995
[Keine Beschreibung eingegeben]

Schindler, Nina: Flunkerferien
Kurzbesprechung: Das „Flunkerferien“ handelt von Katja, einem jungen Mädchen, das s ich in seinem Leben total vernachlässigt fühlt. Sie ist mitten in der Pubertät; und ihr größter Wunsch ist es, Erfahrungen mit der Liebe zu machen. Um ihr Leben interessanter zu gestalten, weicht sie von der Realität ab, indem sie ihrer Freundin Verena von einem Urlaubsflirt schreibt. Durch diese schriftliche Kommunikation steigert sich Katja immer mehr in ihr Wunschdenken hinein.
Dieses Buch ist ein Zeitvertreib für Kinder im Alter von 0-14 Jahren. Es ist eher anspruchslos und regt vielleicht manchen Jugendlichen mit pubertätsbedingten Problemen sogar dazu an, sich durch Lügen Freunde zu verschaffen, um kein Außenseiter zu sein.
Landsinstitut für Pädagogik und Medien (LPM)
Beratungsstelle Schulbibliotheken Saabrücken
[Keine Beschreibung eingegeben]

Schindler, Nina: Flunkerferien
Katja, begeisterte Liebesromanleserin, fährt mit ihren Eltern und Geschwistern in langweilige Sommerferien an die Ostsee. Ihrer Freundin Verena hat sie versprochen, jeden Tag einen Brief zu schreiben. Bloß, was soll man schreiben, wenn nichts geschieht? Also erfindet sie eine phantastisch aussehenden jungen Mann, der sich unsterblich in sie verliebt hat. Die Entwicklung dieser „Lovestory“ kann Verena hautnah durch die Briefe miterleben, was sie vor Neid erblassen lässt. ab 15. J.
Das fröhliche Krankenzimmer
Deutscher Ärztinnenbund Herbst ‚95

zurück

designed by: digitalkontor