EntScheidende Zeiten

Ueberreuter, 1998
ca. 111 Seiten


Inhaltsangabe

Dieser einfühlsame Ratgeber, in dem Betroffene ihren Ausweg aus Krise und Frust beschreiben, zeigt Teenagern, wie sie ihre Eltern verstehen und deren Scheidung akzeptieren lernen. Eines ist sicher: Es gibt ein Leben danach. Die Autorin hat für dieses Buch junge Menschen im Alter von 13 bis 20 Jahren interviewt, und Frank Pusch hat in vertrauter Umgebung fotografiert. Sie alle lassen uns teilhaben an ihren Gefühlen und Sehnsüchten, ihren Kränkungen und den Einsichten, die sie gewonnen haben. Und sie gewähren uns Einblick, wie sie sich ihre eigene Zukunft vorstellen. Von ihren Erfahrungen können andere nur lernen. So unterschiedlich diese Jungen und Mädchen die Trennung ihrer Eltern auch erlebt haben - eines haben sie alle gemeinsam: den Spaß am Leben. Und die Erkenntnis, dass die Kinder niemals an einer Scheidung schuld sind, dass eine Scheidung nicht das Ende der Welt bedeutet und dass es auf einen selbst ankommt, ob man sich davon unterkriegen lässt oder nicht.

Rezension

Wut und die Kränkungen betroffener Kinder aufzubringen und ihnen andererseits Perspektiven zu bieten, wie sie von ihren Erfahrungen profitieren können. Schade ist, dass dieser einzige Scheidungsratgeber für Kinder keine Adressenlisten von Beratungsstellen in Deutschland enthält. Auch dürfen einige Schweizer Sprachbesonderheiten nicht jedem geläufig sein. Einen Scheidungsratgeber für Jugendliche hat Nina Schindler mit „EntScheidendeZeiten“ vorgelegt. Darin berichten zwölf Heranwachsende, wie sie die Scheidung ihrer Eltern erlebt haben und wie sie im Nachhinein darüber denken. Die mit Fotos von Frank Pusch angereicherten Ausschnitte von Erfahrungsberichten bieten sicherlich Identifikationsmöglichkeiten für betroffene Jugendliche. Leider bemüht sich  die Autorin in den oft als Anweisungen vorgetragenen Ausführungen, selbst jugendlicher zu sein als ihre Adressaten. So wirken die als Überschriften fungierenden Liedtexte von Hannes Wader bis zu den New Kids on the Block eher wie peinliche Anbiederungsversuche, statt einen Bezug zu heutiger Jugendkultur herzustellen.

Dorothee Schlücker aus: Lesebar, Köln 2001

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Die beiden sind so mörderisch verschieden – das konnte gar nicht gut gehen“, meint Benjamin. „Meine Eltern haben sich zum Schluss nur noch gestritten“, erzählt Katharina.

Manchmal wissen Kinder und Jugendliche schon lange, dass es zwischen den Eltern nicht mehr stimmt. Manchmal ist es aber ein Schock, wenn sie von den Trennungsabsichten erfahren. In „EntScheidende Zeiten“ greift Nina Schindler mit viel Einfühlungsvermögen das heikle Thema Scheidung auf.

Betroffene im Alter von 12 – 20 Jahren berichten von ihren Gefühlen und Kränkungen und davon, wie sie die Trennung der Eltern erlebt haben. Dass die Scheidung ihrer Eltern ihr Leben nachhaltig beeinflusst hat wird deutlich. Aber auch: dass es einen Ausweg aus Krise und Frust gibt und es auf einen selbst ankommt, ob man sich davon unterkriegen lässt oder nicht.

Die Autorin Nina Schindler war 21 Jahre lang Gesamtschullehrerin und hat schon in dieser Zeit als Kritikerin und Jurorin im Kinder-/Jugendmedienbereich gearbeitet. Seit 1992 schreibt sie Bücher, Beiträge zu Anthologien, Glossen für Hörfunk und Zeitungen.

Pirmasenser Zeitung; 14.11.1998

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Ein Überlebensratgeber für von der Trennung/Scheidung der Eltern betroffene Kinder. Um die Aussagen von 12 jungen Menschen zwischen 13 und 20 Jahren hat die Autorin die speziellen Problemfelder der scheidungsbetroffenen Jugendlichen und ihre je unterschiedlichen Gefühle und Einsichten zusammengetragen: Da wird Ursachenforschung betrieben; da geht es um die Auswirkungen auf die Kinder nach der Trennung (Sorgerecht, Besuchsregelungen u.a.); das Leben mit der/dem „Neuen“; die Möglichkeiten mit Hilfe durch Freunde, Verwandte, Institutionen; um Gefühle wie Eifersucht, Neid, Schuld. Eindeutiger als in den Vergleichswerken von D. Kammerer (BA 5/96) oder A. Swan-Jackson (BA 8/98) ist die Botschaft von N. Schindler: Scheidung ist „nicht das Ende der Welt“; dies einschneidende Erlebnis biete auch Chancen der Neuorientierung und Stabilisierung – wenn man die Auseinandersetzung aufnimmt und den Blick nach vorn richtet. Die einfühlende Annäherung an die jugendliche Psyche vermag bei den Betroffenen den dafür benötigten Mut und Selbstbewusstsein anzustoßen.

Uwe-F Obsen; ekz-Informationsdienst

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Eine Scheidung ist schmerzlich und zwar für alle Beteiligten, egal ob Erwachsene oder Kinder. Je jünger ein Kind zum Zeitpunkt der Scheidung ist, desto besser verkraftet es die Trennung, weil es noch kaum Erinnerungen an das Miteinander-Leben der Eltern hat. Je älter Kinder oder Jugendliche bei der Scheidung sind, desto tiefer prägt sich dieses Geschehen bei ihnen ein. Sie fühlen sich aber weniger hilflos der Situation ausgeliefert als Kleinkinder. So unterschiedlich Kinder die Trennung der Eltern auch erleben mögen, alle kommen irgendwann zu Erkenntnis, dass sie selbst nicht Schuld an der Scheidung waren, dass die Scheidung nicht das Ende der Welt bedeutet und dass es auf einen selbst ankommt, ob man sich davon unterkriegen lässt oder nicht.

Nina Schindler, selbst Mutter von fünf Kindern, hat im Überreuter Verlag, Wien, einen tollen Ratgeber mit  dem Titel „Ent-ScheidendeZeiten“ herausgegeben. Darin beschreiben Betroffene zwischen 13 und 20 Jahren ihren Ausweg aus Krise und Frust. Teenager zeigen auf, wie sie ihre Eltern verstehen und deren Scheidung akzeptieren lernten. Die jungen Leser können von den Erfahrungen anderer Jugendlichen lernen und zur Gewissheit kommen: „Es gibt ein Leben danach, das fast immer besser ist, als der Streit vorher.“

Das Buch „Ent-ScheidendeZeiten“ von Nina Schindler ist im Überreuter Verlag, Wien, erschienen, umfasst 112 Seiten mit zahlreichen sw-Fotos von Frank Pusch und ist für Jugendliche ab 12 Jahren geeignet. Das Buch kostet 168 S., ist in der Sprache der Jugendlichen gehalten und enthält im Anhang Adressen in Deutschland und in Österreich, die Jugendlichen Hilfe in Notsituationen anbieten. Die Südtiroler Anlaufstelle Young and direct ist leider nicht enthalten.

Radio Tirol, Dorf Tirol, „Bücher News“, 15.09.98

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Wenn Ehen geschieden werden, sind hauptsächlich die Kinder die Leidtragenden. Nina Schindler versucht im vorliegenden Buch den „Scheidungswaisen“ mit hilfreichen Ratschlägen das Leben zu erleichtern. Interessant ist, dass Betroffene selbst, nämlich Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren, berichten, wie sie ihre Probleme bewältigen. Ein optisch einladender Text, zweckmäßig strukturiert und durch Portraits aufgelockert, liegt hier vor, doch gleitet er an manchen Stellen sprachlich zu sehr in den Jugendjargon ab. Positiv zu bewerten sind die Adressen und Telefonnummern für trost- und ratsuchende Kinder und Jugendliche im Anhang. Keinesfalls unerwähnt darf bleiben, dass der Grundtenor des gesamten Buches sich im Grunde einfach damit abfindet, dass bestimmt Ehen eben nicht funktionieren und Ehepartner sich deshalb trennen, - ohne Rücksicht auf ihre Kinder. Man vermisst Versöhnungsversuche, Gesprächsbereitschaft und Bereitschaft zum nochmaligen Überdenken der Lage zwischen den zur Trennung entschlossenen Ehepartnern. Vielleicht sollten einige Ratschläge, die gegeben werden, um eine Trennung zu überwinden, bereits vorher befolgt werden. somit würde man zumindest Zeit gewinnen und eventuell sogar die eine oder andere Trennung verhindern können. Geeignet für Lese ab ca. 13 Jahren.

Mag. R. Schrempf-Moraweitz aus: Seckau, Jjg. 8 Nr. 32, 4/98

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Dieser Ratgeber ist durch seine äußere Aufmachung für den jugendlichen Leser ab 13 Jahren. Der Titel benennt eindeutig die Thematik des Buches. Nach einer kurzen Einführung ins Thema: Scheidung der Eltern, durch die Autorin, erfährt der Leser in 19 Kapiteln allgemeines zu Thema, Interviewbeiträge, in denen Jugendliche ihre Gefühle beschreiben. Die Thematik wird von den verschiedensten Seiten beleuchtet u. damit versucht eine Konfliktbewältigung anzubahnen. Offen wird über die unterschiedlichsten Gefühle geredet u. Erfahrungen weitergegeben.

Als Fazit bleibt: Die Kinder sind nie an einer Scheidung schuld. Eine Scheidung bedeutet nicht das Ende der Welt. Es kommt auf den Jugendlichen selbst an, ob er sich davon unterkriegen lässt oder nicht. Die Autorin übernimmt dabei den Sprachgebrauch der Zielgruppe u. geht sensibel an das Thema heran.

Farbfotos der Interviewpartner lockern den Text auf. Das Layout ist originell u. ansprechend. Die Kapitelüberschriften sind in der Thematik entsprechend aus Volksliedern u. modernen Songs entnommen. Im Anhang sind Adressen u. Telefonnummern, die Hilfesuchenden Trost u. Rat geben könne.

Für alle, die von einer Scheidungssituation selbst betroffen sind, ein sicherlich hilfreiches u. tröstliches Buch.

Marita Kilian; VAJ 1998

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Wenn sich die Eltern scheiden lassen, ist das für die Kinder in den meisten Fällen ein äußerst schmerzhafter Vorgang. Besonders schlimm wird es dann, wenn sie sich vielleicht auch noch für einen Elternteil entscheiden müssen. Aber es gibt ein Leben danach, und junge Menschen erzählen in Interviews davon. Sie geben Einblick in ihre Gefühle, in ihre Kränkungen, in ihren Frust. Sie beschreiben aber auch, wie sie aus dieser Krise herausgefunden und welche Erfahrungen sie gemacht haben. Und eines wissen die Jugendlichen sicher: Kinder sind niemals schuld an der Trennung der Eltern. Man hat es allerdings selbst in der Hand, ob man sich unterkriegen lässt oder nicht.

Aus : Topic/Mai 1999



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