Wenn ich eine Hexe wäre…

Neugebauer, 2000
ca. 40 Seiten


Inhaltsangabe

Hexe zu sein kann ja so unglaublich erstrebenswert sein! Kein ödes Zimmer aufräumen, fetzige Tanzveranstaltungen auf dem Blocksberg, nervige Brüder könnte man verwandeln, in der Küche der Zauberheiltränke und Wunderkräutersalben wäre man Chef de Cuisine, hätte so viele und welche Tiere man auch immer sich wünscht- und überhaupt wäre das Leben so viel einfacher und vorteilhafter! Aber was tut man bloß, wenn man zu einem Kinderfest eingeladen wird, bei dem man sich verkleiden darf? Klarer Fall, man erfüllt sich seinen größten Traum...

Rezension

„…dann wünsch ich mir…“ ist die wiederkehrende Zeile dieses Buches, in dem sich die Autorin in die Situation eines kleinen Mädchens versetzt, das allein gelassen sich fortwünscht auf den Blocksberg, um als Hexe zu tanzen. In dieser Zaubergestalt lässt sich alles in Kinderseeligkeit verwandeln. Quakende Brüder werden zu fantasievollen Spielgefährten, unordentliche Kinderzimmer zu abwechslungsreichen Hexenhäusern, quälend aufzuessende Tellergerichte zu köstlichen Hexenspeisen.
Angela Kehlenbeck folgt Nina Schindlers Fantasie, wechselt mit ihren Bildern die Ebenen von Wunder und Wirklichkeit. Auf hellbraunem Packpapier, kalt weiß umrandet, zeichnet sie mit dünner, manchmal unruhiger Feder des kargen Alltags Schwierigkeit, collagiert und tupft nur wenige farbige Akzente. Doch dann im grenzenlosen Land der Hexerei gestaltet sie es bunt! Gerissene Fetzen, eingeschnittenes Papier, geklebte Stoffe, einfach gepinselte Flecken, dick übermalende Striche sind Material der Bilderbühne. Weich durchgearbeitete Bildmomente stehen neben dynamischen Schwüngen, winzige Figuren neben dicken Übermalungen und machen dieses Hexenallerlei zum Abenteuer der Entdeckungen, auch wenn das betrachtende Kind sich zum guten Schluss vermutlich nicht wie das Hosenmädchen als Tüllprinzessin verkleiden will.
Der Stoff, aus dem diese Kinderträume sind, heißt Zorn und tiefe Sehnsucht, ist vielfältig wie diese Illustrationen, die in Farben, Form und Linien mit dem Ideenschatz der Märchen hantieren. Wenn Bücherfrauen Hexen hexen, dann...

Eselsohr

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Hexen müssen nicht ihr Zimmer aufräumen oder sich langweilen oder Sachen essen, die sie nicht mögen, oder über kaputtes Spielzeug traurig sein. — Hexe müsste man sein! Oder gibt es da noch einen besseren Wunsch? In diesem fantastischen Bilderbuch stehen sich zwei konträre Rollenbilder gegenüber: Hexe und Prinzessin. Immer wenn ein Problem unlösbar erscheint, wünscht sich das Kind eine Hexe zu sein, um seine Problemlösung herbeizaubern zu können. Die Hexe wird hier als Retterin aus der Not dargestellt. Dieses Bilderbuch besticht durch die hervorragende Illustration: auf einer Seite der Ärger und das Problem des Kindes in knapper, aber sehr aussagekräftiger Strichzeichnung mit wenig Farbgebung, auf der nächsten Seite detailreich und farbenprächtig die Realisierung des Wunsches. Der Text beschränkt sich auf das Wesentliche. Ich stellte das Buch einer Gruppe von Kindern zwischen vier und sechs Jahren vor. Die jüngeren Kinder konzentrierten sich hauptsächlich auf das „Hexe-Sein“ und erzählten begeistert, was sie alles tun würden, wenn sie Hexen wären. Dabei äußerten sie grundlegende Wünsche und Sehnsüchte, wie lange schlafen, keine Kartoffeln essen, aber dafür ganz viel Eis ... Die älteren Kinder diskutierten intensiv, was nun besser wäre: Hexe oder Prinzessin. Die meisten meinten, dass „Prinzessin-Sein“ besser wäre, denn als Hexe müsste man auf die schönen Kleider verzichten. Bemerkenswert war die Aussage eines 5-jährigen, der mich fragte, ob es dieses Buch auch für Buben gibt. Als ich ihn fragte, wie er das meinte, gab er mir zu Antwort: Dieses Buch ist nur für Mädchen, für Buben braucht man einen Zauberer und einen Prinzen.“ Bei Mädchen jedoch unterstützt dieses Buch die Persönlichkeitsentwicklung, denn welche Frau bewegt sich nicht irgendwo zwischen Hexe und Prinzessin“.

Unsere Kinder

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Hexe zu sein kann ja so unglaublich erstrebenswert sein! Kein ödes Zimmer aufräumen, fetzige Tanzveranstaltungen auf dem Blocksberg, nervige Brüder könnte man verwandeln, in der Küche der Zauberheiltränke und Wunderkräutersalben wäre man Chef de Cousine, hätte so viele und welche Tiere man auch immer sich wünscht — und überhaupt wäre das Leben so viel einfacher und vorteilhafter! Aber was tut man bloß, wenn man zu einem Kinderfest eingeladen wird, bei dem man sich verkleiden darf? Klarer Fall, man erfüllt sich seinen größten Traum.

Der Oberhalser

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Ein kleines Mädchen stellt sich oft und gerne vor, dass sie eine Hexe wäre. Eine gute Hexe natürlich, die statt aufzuräumen in einem herrlich unordentlichen Hexenhaus wohnt, die statt des brüllenden kleinen Bruders einen lustigen Troll als Spielpartner hat. Eine Hexe kann natürlich auch die Kaputte Puppe mit Zaubertränken heilen und Tiere halten: einen Raben, einen Kater und tausend Spinnen. Doch zum Kostümfest verkleidet sich die Kleine lieber als Prinzessin und träumt davon, auf einem Schimmel ins Märchenland zu reiten ... Ein apart illustriertes Bilderbuch über die Kraft der Phantasie. Spröde Federzeichnungen auf Packpapier stellen die Realität dar und werden nach und nach mit Farben und Collagen aus Papier, Laub, Federn und Stoff zu einer märchenhaften Traumwelt ausgestaltet.

Ekz-Informationsdienst


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