Abgezogen. Ein Fall für Familie Dobberstedt

Arena 2002
Kinderbuch 10+
ca. 128 Seiten
ISBN 3-570-20836-2
 

Inhaltsangabe

Die Familie Dobberstedt.
Die Dobberstedts - das sind die Geschwister Falk, Urs, Leontine und Wulf sowie Vater und Mutter Dobberstedt, eine Promenadenmischung namens Miss Marple und die Katze Agatha. Die Dobberstedts sind neugierig, streitlustig, komisch und sensibel für kriminelle Machenschaften jeder Art, - und dabei unbeirrbar in ihrem Aufklärungsdrang. Hintergrund der detektivischen Aktivitäten ist ihr turbulentes Großfamilienleben, wo scheinbar alles drunter und drüber geht und doch jeder mit jedem harmoniert.
Ihr erster Fall.
Immer die neuesten Geräte zu besitzen und die angesagtesten Klamotten zu tragen - das führt zu viel Beachtung auf dem Schulhof, positiver wie negativer. Denn das Abziehen derselben ist fast ebenso populär wie der Besitz.
Urs Dobberstedt, selbst ein Anhänger teurer Kleidung, beobachtet, wie einer seiner Mitschüler von einer Gruppe älterer Schüler drangsaliert wird. Urs wäre kein Dobberstedt, wenn er da nicht sofort seine Nase hineinsteckte - und er hat den richtigen Riecher. Sein Mitschüler wird erpresst und auf Diebstouren geschickt. Ein klarer Fall für die Familie Dobberstedt - der Bande muss das Handwerk gelegt werden!
 

Rezension

Schindler, Nina: Abgezogen
Immer wieder hört man von älteren Schülern, die jüngere bedrohen, erpressen oder bestehlen. Die 4 Geschwister der Familie Dobberstedt kommen einer solchen Bande auf die Spur. Als einem von ihnen das Fahrrad und die Jacke abgenommen werden, lassen das die übrigen Familienmitglieder nicht auf sich beruhen. Jetzt wird die Sache aber ernsthaft gefährlich. - Die Dobberstedt-Kinder erfahren am eigenen Leib, wie ohnmächtig man sich fühlt, wenn man einer Übermacht von stärkeren und skrupellosen Gegnern ausgeliefert ist. Es ist klar, dass solche Mitschüler hinter Schloss und Riegel gehören. Die eigentlich spannende Verbrecherjagd geht durch die recht langen und in ihrer Sprache fast zu aufdringlich jugendlichen Dialoge leider nicht ganz so unter die Haut. Dafür bringt die Autorin eine Vielzahl von Themen zur Sprache, die Jugendliche beschäftigen.
Bücherbär 1-2003
 [Keine Beschreibung eingegeben]
Nina Schindler: Abgezogen
Jung-Erpresser
Buchtipp Nina Schindlers erster "Fall für Familie Dobberstedt"
Omnibus, einer von den Bertelsmann Jugendbuchverlagen, hat eine neue Kinderkrimi-Serie gestartet. Was der Verlag Krimi nennt, ist eigentlich mehr ein Detektivroman, schon, weil ein Ermittlerteam im Zentrum steht. Es handelt sich um die achtköpfige, von Nina Schindler erdachte Familie Dobberstedt. Die acht Köpfe gehören zu Urs, dem verfressenen, modebewussten Erzähler, seinen Geschwistern Wulf, Leontine und Falk, ihren Eltern und den Haustieren Miss Marple (Hund) und Agatha (Katze).
Eine besondere Neigung zur Verbrechensaufklärung liegt bei der Familie Dobberstedt eigentlich nicht vor. Dennoch weist jeder für die Detektivarbeit brauchbare Fähigkeiten vor: Nesthäkchen Falk beispielsweise ist einfach trainiert darin, alles mitzubekommen, was er nicht mitbekommen soll.
Die Dobberstedts sind vor allem neugierig, oder sagen wir, interessiert an dem, was um sie herum vorgeht. Und da tun sich hässliche Dinge. Am Anfang ist es nur eine Zeitungsnachricht über einen 10jährigen, der einem Gleichaltrigen die Turnschuhe weggenommen hat. Aber dann passieren solche Sachen auch an der Schule von Urs und Leo. Die beiden besuchen die Gesamtschule Nord und sind überzeugt, "dass ein solches Gebäude seinen Insassen seelisch und körperlich Gewalt antut und dass die Architekten von solch einem Monstrum mit mindestens lebenslänglich Knast bestraft gehört." Nina Schindler weiß, worüber sie schreibt, schließlich hat sie viele Jahre als Lehrerin an einer Gesamtschule gearbeitet.
Im ersten Fall der Dobberstedts werden Kinder unter Druck gesetzt, bestohlen oder zum Stehlen gezwungen. Schon das Verbrechen zeigt, dass Nina Schindler den Blick für die Realität behält.
Zur Realität gehört das allmorgendliche Wunder, dass es doch wieder jeder pünktlich zur Schule bzw. Arbeit geschafft hat. Zur Realität gehört das Gezänk, wer das letzte Stück Auflauf-Käsekruste bekommt, aber auch die Hilfsbereitschaft. Natürlich kommt der große Bruder angeflitzt, wenn die Kleinen in der Klemme stecken.
Schindlers Figuren haben angenehme Charakterzüge, zum Beispiel Leo, Urs große Schwester. Wenn jemand von Stärkeren, Älteren gepiesackt wird, geht sie ganz instinktiv dazwischen. Zivilcourage gibt es. Unerschrockene Helden kommen es nicht vor. Das gilt für Kinder wie Erwachsene. Auch der Vater von Urs zieht den sicheren Rückzug im Auto einer unsicheren Konfrontation mit halbstarken Kleinkriminellen vor.
Kreiszeitung Syker Zeitung  02.09.02

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