Die Schöne und der Boss

Arena, 1999
2. Auflage: Arena, 2002
ca. 192 Seiten

Inhaltsangabe
Nina Schindlers Erstling bei Arena: Spritzigleicht erzählt die Erfolgsautorin mit Herz und Schnauze von starken Gefühlen und schwachen Momenten. 

Paulina sieht toll aus. Aber dass ihr deswegen in letzter Zeit andauern irgendwelche Typen hinterherpfeifen, ist ihr eigentlich nur oberpeinlich. Zum Glück wird wenigstens ihre erste große Party, die sie zum fünfzehnten Geburtstag veranstaltet, ein voller Erfolg. Unter den Gästen ist auch Niklas aus der 12b. Mit seinen schwarzen Haaren und den  grasgrünen Augen verdreht er Paulina ordentlich den Kopf und plötzlich stellt sie verwundert fest, dass es ihr bei Niklas überhaupt nicht peinlich ist, wenn sie Komplimente bekommt. Für ihn ist sie gerne schön! Seinetwegen lässt sie sogar den Familienurlaub in der Provence sausen – wenn sie nur unter seinen Küssen und Zärtlichkeiten dahinschmelzen kann! Sollen doch die anderen ruhig ihre spöttischen Bemerkungen machen – was wissen die schon von der wahren Lieben! Oder ist der großartige Niklas tatsächlich mehr an ihrer Figur und ihren tollen Haaren interessiert als an ihr selbst? Paulina macht die Probe aufs Exempel ...

 

Rezension

Dass es auch schöne Mädchen nicht immer leicht haben, beweist Nina Schindlers Buch „Die Schöne und der Boss“ (240 Seiten, 6,90 Euro; Arena Verlag, Würzburg; ab 12 Jahren). Paulina ist es oberpeinlich, wenn Jungen hinter ihr erpfeifen. Sie möchte nur Niklas gefallen. Doch kann sie sich sicher sein, dass er nicht nur auf ihre Figur fliegt, sondern sie auch als Mensch mag? Paulina macht die Probe aufs Exempel.

dpa
Reutlinger General-Anzeiger
12. Juli 200

[Keine Beschreibung eingegeben]

Eine komplizierte Beziehung
Denn auch Schönsein bringt Probleme mit sich.
Mit welchen Problemen hat eine 15-jährige Schülerin zu kämpfen? Klar: Pickel, geringes Selbstvertrauen, Verständnisschwierigkeiten mit den Eltern, schlechte Schulnoten. Nicht so Paulina. Sie versteht sich nicht nur mit ihren Eltern prima, sie ist auch noch ein As in Mathe (und auch sonst nicht gerade auf den Kopf gefallen). Sie hat eine dufte Freundin – und sie sieht schlichtweg supergut aus.

Gerade ihr beneidenswert gutes Aussehen bereitet Paulina aber Schwierigkeiten. Ihre Freundinnen und Klassenkameradinnen sind neidisch und das unbefangene Verhältnis zu vielen ihrer früheren (männlichen) Kumpel ist dahin. Dann tritt Niklas in ihr Leben: Drei Jahre älter, umwerfend hübsch, und unsterblich in sie verliebt.

In Die Schöne und der Boss schildert  Paulina ihre komplizierte Beziehung zu Niklas. Sie schwebt im siebten Himmel und deutet Niklas’ Besitzansprüche als Ausdruck seiner großen Liebe. Die Leserinnen sind ihr da voraus, erkennen rasch, dass Niklas ein Angeber und Aufschneider ist, der nur auf Paulinas Aussehen abfährt.

Paulina ist selbstbewusst und schlagfertig und weiß sich sehr wohl gegen Klassenkameraden und aufdringliche Männer zu behaupten. Nur bei Niklas wird sie zahm und anschmiegsam. Liegt das daran, dass Sex mit ihm soviel Spaß macht oder an ihrer Vorstellung von der wahren Liebe?

Seelische Unterstützung erhält Paulina von Tante Pe. Sie trägt die grauen Haare ganz kurz, ist engagierte Redakteurin einer Tageszeitung, Frauenbeauftragte in ihrem Betrieb und in der Gewerkschaftsarbeit aktiv. Sie durchschaut den Charmeur und Macho Niklas sofort. Bei Paulina dauert es etwas länger bis der Groschen fällt, aber dann stellt sie ihren Freund auf die Probe um herauszufinden, ob er sie, oder nur die gutaussehende Vorzeigefreundin liebt.

Locker und unverkrampft erzählt Paulina von ihrer ersten großen Liebe. Dabei lässt sie die LeserInnen Stück für Stück die Liebesgeschichte miterleben, vom ersten Treffen bis zum letzten großen Streit. Die am Jugendjargon angelehnte Erzählsprache wirkt authentisch, aber auch ein bisschen oberflächlich. Paulina reflektiert nicht, warum sie Niklas Verhalten immer wieder entschuldigt und sie sich unterdrücken lässt.

„Die Schöne und der Boss“ ist ein unterhaltsamer Jugendroman mit einer ungewöhnlichen Titelheldin, in dem Probleme und Schwierigkeiten angedeutet, aber nicht ausgeleuchtet werden.

Eselsohr 3/2001

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Paulina und Saskia sind engste Freundinnen, doch als Niklas in Paulinas Leben auftaucht hat sie nur noch Augen und Zeit für ihn. Spät – fast zu spät merkt Paulina, dass Niklas sie nur wegen ihres Aussehens benutzt hat. Niklas besteht die Prüfung nicht, denn als s ich Paulina die Haare abschneiden und knallblau färben lässt, schaut er sie nicht mehr an. Paulina besinnt sich auf ihre alten Freunde und das Leben geht weiter ohne Niklas.

Die bildhübsche und intelligente Paulina gibt für die Beziehung mit Niklas fast sich selber auf, sie tut alles was er will und gerade noch rechtzeitig findet sie ihren eigenen ganz persönlichen Weg.

Die Geschichte von Paulina ist aus dem Leben gegriffen und die Autorin hat den jungen Lesern auf den Mund geschaut, denn sie spricht ihre Sprache. Sie beschreibt die Beziehung von Paulina zu Niklas sehr offen und lässt die jungen Leser sich in den verschiedenen Rollen finden.

Paulina und Niklas und viele andere Personen haben in diesem unterhaltsamen und empfehlenswerten Jugendroman ihren Platz.

BLLV – Jugendschriftenausschuß Mittelfranken
LV Bayern
Ja Sitz: Bad Windsheim
Mai 2000

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Schindler, Nina: Die Schöne und der Boss

Paulina ist wahrscheinlich die Einzige, die noch nicht gemerkt hat, dass sie sich in den letzten Monaten zur Schönheit entwickelt hat. Lange Beine, toller Busen und keinen einzigen Pickel im Gesicht- kein Wunder, pfeifen die Männer auf der Strasse hinter ihr her. Das nervt. Sie flüchtet zu Niklas, verschreibt sich ihm mit Haut und Haaren und merkt dabei gar nicht, dass sie s ich von dem Macker schamlos ausnützen lässt. Natürlich hält die Liebe nicht ewig. Das Unglück ist gross, aber von kurzer Dauer, da Paulina gelernt hat, mit ihrem neuen Äusseren umzugehen. – Die Entwicklungsgeschichte liest sich leicht und süffig und liefert viele Identifikationsmöglichkeiten. Zahlreiche Wiederholungen der immer gleichen Motive entsprechen sicher dem Gefühlshaushalt der beschriebenen 15-jährigen. Prominent auszustellen für Mädchen, die nicht eben eine tiefschürfend Unterhaltung suchen; der attraktive Umschlag sorgt für rege Ausleihe. (Entwicklung) Ab 14 Jahren.


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