Liebe lebensgefährlich

Arena, 2000
2. Auflage: Arena, 2002
192 Seiten

Inhaltsangabe
Seit 15 Jahren versteckt sich Janas Familie im Ausland, als Jana sich in einen Jungen aus Deutschland verliebt. Eine gefährliche Liebe – denn ihre Eltern waren einmal Terroristen ... Eine atemlose Geschichte um Angst, Liebe und Verzweiflung, die tief unter die Haut geht Demnächst auch im Kino!

Schule, ein Zuhause und Freunde – für Jana durfte es das nie geben. Jetzt sind ihre Eltern endlich kurz davor, in Brasilien neu anzufangen, da fliegt durch einen winzigen Zufall alles auf. Im Vertrauen auf die alten Verbindungen fliehen sie zurück nach Deutschland – vergebens. Und es gibt weitere Komplikationen, denn Jana hat sich verliebt. Die bis dahin perfekt verschweißte Familienzelle bekommt Risse, Jana muss sich zwischen ihrer Liebe und den Eltern entscheiden – doch es ist bereits zu spät. Als ein verzweifelter Bankraub das dringend benötigte Fluchtgeld bringen soll, kommt es endgültig zur Katastrophe ...

Rezension

Schindler, Nina: Liebe, lebensgefährlich
Jana lebt seit fünfzehn Jahren mit ihren Eltern im Untergrund in Portugal. Immer muss sie sich verstecken, kann keine Schule besuchen, kennt keine Freunde. Ihre Mutter unterrichtet sie in den wichtigsten Schulfächern, damit sie in Zukunft, in Sicherheit wenigstens eine Grundausbildung hat. Der weitere Weg in eine sichere Zukunft führt zuerst zurück nach Deutschland. Dort begegnet Jana einem Burschen, in den sie sich in Portugal verliebt hatte. Diese Begegnung führt ihre Eltern in die Hände der Polizei. Die Geschichte ist spannend geschrieben, manchmal etwas verwirrend, wenn man sich nicht ganz auf den Inhalt konzentriert. Die Hintergründe der flüchtenden Eltern können nur erahnt werden.

Amtliches Schulblatt des Kanton St. Gallen
15.11.2001

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Schindler, Nina: Liebe, lebensgefährlich
Ständig wird sie von Mutter und Vater kontrolliert, kennt weder Freunde noch Auseinandersetzungen mit Gleichaltrigen, denn Jana lebt in einem Schonraum, die ständig geschützt werden muss. Im Gepäck hat die Kleinfamilie immer falsche Pässe, Geld und eine Pistole. Als sich Jana in Portugal in einem unbedachten Augenblick verrät, wird ihr Unterschlupf entdeckt; nur mühsam können sie entkommen ohne die für sie wichtigen Sachen. Was nun, wo alles schon für einen Ausstieg in Brasilien geplant war? Die Flucht führt sie nach Deutschland zurück, das sie vor langer Zeit verließen als es das Kind noch nicht gab, das sich jetzt zu allem Überfluss auch noch verliebt hat.

Die Autorin versteht die Angst und das Grauen der Verfolgten so intensiv zu schildern, dass der Leser geneigt scheint sich selbst unwohl zu fühlen. Es sind jedoch nicht die spektakulären Szenen, wenn es zur Begegnung mit der Staatsgewalt kommt, die bedrücken. Nein, es sind die Enttäuschungen, Ängste und unerfüllten Hoffnungen der Flüchtigen, die ihrer Zukunft beraubt sind. Alte Freunde, die helfen könnten verweigern sich oder werden bespitzelt, hinterlegtes Geld ist wertlos geworden.

Die Familie findet Unterschlupf in einem leerstehenden Haus und Jana fühlt sich einsam wie nie zuvor. Mit Klamotten ausstaffiert, die aus einer Altkleidersammlung stammen könnten, darf sie kaum auf die Straße. Die Eltern haben immerhin einander und klammern sich verzweifelt an die körperliche Liebe, sodass Jana sich ausgegrenzt fühlt. Als sie einen Jungen wieder trifft, den sie in Portugal getroffen hatte, findet sie ihren Halt, ihre Liebe. Sie träumt vom Glück, von der Beständigkeit und vom Frieden. Doch gerade dieser erste Freund verrät sie, als sie sich bei einem Banküberfall Geld für die Flucht nach Brasilien beschaffen. Die Polizei stellt die Flüchtigen und Janas Leben ist leerer denn je.

Ein Buch, das unter die Haut geht, betroffen macht und mitfühlen lasst mit Menschen, die sich zwar außerhalb der Legalität bewegen, geschickt werden die Verbrechen der Eltern verschwiegen und nur ihre Untergrundarbeit wird erwähnt, aber dennoch ihr Lebensglück suchen. Die Älteren, weil sie in ein Alter kommen, wo sie müde sind und die Beständigkeit suchen, die Jüngere, weil sie es noch nie gehabt hat. Fatal, dass sich in diesem Moment der Staat zu Wort meldet und alles zerstört.

Beurteilung: sehr gut.
Arbeitsgruppe Kinder- und Jugendliteratur Goslar

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Nina Schindler: Liebe, lebensgefährlich
Der Roman zum Film „Die innere Sicherheit“.
Seit 15 Jahren hält sich Janas Familie im Ausland versteckt, als Jana sich in einen Jungen aus Deutschland verliebt.

Eine gefährliche Liebe, denn ihre Eltern waren einmal Terroristen. Die bis dahin perfekt verschweißte Familienzelle bekommt Risse.

Jana muss sich zwischen ihrer Liebe und den Eltern entscheiden.

Literatur Report
August 2002

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 Nina Schindler: Liebe, lebensgefährlich

Jana lebt mit ihren Eltern im Untergrund. Mal hier, mal dort, solange sie denken kann. Aufgewachsen ohne Heimat, Freunde und Verwandte, unterrichtet einzig von ihrer Mutter, ständig in Angst vor möglichen Verfolgern und zudem häufige, nervende Umzüge von einem Land und Ort zum nächsten. In der 15-Jährigen wachsen zunehmend Widerstände gegen dieses beengte Dasein. Als Jana sich zudem in Heinrich verliebt und durch diesen Kontakt aus ihrem bisherigen Leben ansatzweise ausbricht, bringt sie sich und ihre Eltern in äußerste Gefahr. Durch einen Zufall platzt schließlich der Traum von einem neuen, halbwegs legalen Leben in Brasilien wie eine Seifenblase und die Flucht endet schon bald in einem Desaster.

Nina Schindler ist mit ihrem Buch „Liebe, lebensgefährlich“ ein äußerst packender Jugendroman geglückt. In 38 kurzen Kapiteln wird aus Sicht Janas ihre Geschichte in einer Rückblende erzählt. Als Tochter von untergetauchten Staatsfeinden (Terroristen?) muss Jana zwangsläufig deren illegales Leben teilen. Ihre ersten Schritte zur Abnabelung kann sie nur heimlich tun. Leider führen sie nicht in die von Jana erhoffte und ihr zu wünschende Freiheit, sondern zerstören ihre Familie. Die Autorin verrät in der Erzählung immer nur so viel, wie zum Verständnis des weiten Verlaufs notwendig ist. Ihre sparsamen Andeutungen erhöhen die Neugier. Ein Buch, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht und ihn noch lange sehr nachdenklich stimmt.

Solinger Tageblatt
17.04.2001

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 Schindler, Nina: Liebe, lebensgefährlich
Was Nina Schindler hier schildert ist keinesfalls der Alltag unserer Teenies. Jana lebt gefährlich und das jeden Tag. Nie Freunde zu haben, keine Mädchen mit denen man quatschen kann, ständig mit der Angst im Nacken, die Eltern, die im Untergrund leben könnten auffliegen. Die erste Liebe ist kompliziert, weil sie nichts erzählen darf. Ein Buch das sehr anspruchsvoll, voller Ängste und Phantasien, die immer extraseitig beschrieben sind, begleiten das ganze Buch. Spannend, eine gute Wortwohl, eine fesselnde Geschichte, verleiten dazu auch größeren noch einmal etwas vorzulesen. Man erfährt etwas aus einer einem völlig unbekannten Welt. 6. und 7. Klässler werden dieses Buch nicht so schnell laus der Hand legen.

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
Landesstelle: Sl. Holstein
Ausschuß: Flensburg

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 Schindler, Nina: Liebe, lebensgefährlich
Weil Janas Eltern einmal in den politischen Kampf für „eine bessere Welt“ verwickelt waren, lebt sie mit ihnen im Untergrund. Für sie gilt: „Typen treffen ist nicht drin“. Als das dann doch geschieht, treibt alles rasant der Enttarnung zu. – Die Formulierung des Titels „Liebe, lebensgefährlich“, entspricht dem Telegrammstil, in dem Jana, die Ich-Erzählerin, ihre Erinnerungen an „Damals“ aufarbeitet. Jahreszahlen werden nicht genannt. Durch die gegenwärtige Debatte um die siebziger Jahre, können LeserInnen die Zeit des Geschehens erahnen. Atemlos und genetzt wird erzählt. Die „Ein-Wort-Strampelei“, von der die Protagonistin spricht, hat hier Methode: Vage Ängste „Ich wusste nicht mal genau, wovor“, werden ebenso spürbar wie nervende „Geheimnistuerei“ der Eltern: „Sie haben mir nie alles erzählt“. LeserInnen können sich in die Fünfzehnjährige versetzen, die einer Situation ausgeliefert ist, die sie nicht durchschaut. Sie liebt ihre Eltern, bewundert sie auch, steht deren elitärem Bewusstsein und Fixierung auf „deutsche Kultur“ jedoch kritisch gegenüber. Eingeschobene Passagen heben sich druckgrafisch und perspektivisch vom übrigen Text ab und vertiefen so Nähe zur Realität. Jeder, der über „Damals“ schreibt, macht sich eigene Vorstellungen. Es könnte „so und auch ganz anders“ gewesen sein heißt es in der Widmung für G. Ensslin und U. Meinhof. Es könnte auch sein, dass die Töchter Freundinnen werden. Doch die Erzählerin resigniert: „Stattdessen prügeln sich unsere Väter“, haben Karriere gemacht oder nicht. Dank der literarischen Gestaltung kann die Erzählung zum Nachdenken anregen, Schatten vertiefen oder erhellen. Es ist eine spannende Geschichte mit offenem Ausgang.

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW
Landesstelle Hessen
Ausschuß Giessen

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Schindler, Nina: Liebe, lebensgefährlich

Jana lebt mit ihren Eltern ein unstetes Leben im Untergrund. Als sie sich in Heinrich verliebt löst sie mit dem Kontakt zu ihm eine Kette von Ereignissen, die ihr Leben verändern, aus.

Diese Geschichte wird mitreißend und sehr packend erzählt. Der Leser kann sich sehr gut mit Jana, aus deren Sicht das Ganze erzählt wird, identifizieren. Er versteht ihr Bedürfnis nach sozialen Kontakten, die durch das Leben im Untergrund und den ständigen Wohnortwechsel sehr schwierig sind. Außerdem versteht Jana nicht, weshalb alles so geheim bleiben muss. Dies bleibt bis zum Ende dieses Buches offen und der Leser empfindet diese Geschichte zwar als Bereicherung, dennoch bleiben viele Fragen offen. Überleben Clara und Hans den schweren Unfall? Was wird aus Jana? Warum mussten sie eigentlich im Untergrund leben? Nicht einmal eine kleine Andeutung trägt zur Klärung dieser Fragen bei, was beim Leser eine unbefriedigende Situation hinterlässt.

Die Texte sind gut verständlich abgefasst und eignen sich für Leser ab vierzehn Jahren.

BLLV – Jugendschriftenausschuß Mittelfranken
LV Bayern
JA Sitz Bad Windsheim

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 Angst, Liebe, Verzweiflung
Atemlose Geschichte einer Tochter von RAF-Terroristen

Sie ist 15 und verliebt. Kein wirklich normales Leben, wenn man mit RAF-Terroristen als Eltern im Untergrund lebt, nie eine Schule von innen gesehen hat und keinen Kontakt mit Fremden haben darf. Jana will sich mit ihrer Isolation nicht zufrieden geben und trifft sich heimlich mit Heinrich, dem Surfer, den sie in Portugal kenn und lieben gelernt hat und in Deutschland wieder trifft. Doch wie sollte es anders sein, die Eltern lagen mit ihrer Warnung vor Freundschaften richtig, denn Heinrich wird ihnen nach einem Banküberfall zum Verhängnis ...

„Liebe, lebensgefährlich“ – im Buch zum Film „Die innere Sicherheit“ stehen nicht die Machenschaften der beiden Ex-Terroristen im Vordergrund, sondern die Gedanken und Gefühle von Jana, da sie selbst nicht viel von der Vergangenheit ihrer Eltern weiß, obwohl diese das Leben des Mädchens stark beeinflusst. (cc)

Freie Presse
27. April 2001

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 Schindler, Nina: Liebe, lebensgefährlich

Jana liegt an einem Strand in Portugal. Sie lebt mit ihren Eltern Clara und Hans zusammen, die einzigen Bezugspersonen. Schule und Freunde kennt sie nicht. Unterrichtet wird sie von ihrer Mutter, die streng darauf bedacht ist, dass Jana diszipliniert lernt. Soweit die Fünfzehnjährige zurückdenken kann, sind sie als Familie auf der Flucht und leben im Untergrund. Jetzt will Jana aber mehr wissen: Wer ist eigentlich ihr Vater, wer ihre Mutter? Da lernt sie den Jungen Heinrich kennen und das Unglück nimmt seinen Lauf. Wieder einmal müssen sie fliehen, dabei haben sich bei Jana gerade die aufkeimenden Gefühle  eines Teenagers bemerkbar gemacht: Sie sehnt sich nach Freundschaft, nach Gleichaltrigen. Fast hat die Familie das Ziel, endlich ein normales Leben führen zu können, erricht, da kommt der nächste Fehlschlag. Eine Reise nach Deutschland soll die finanziellen Probleme lösen. Jana begegnet wieder Heinrich und ihre Beziehung findet ihre Fortsetzung. Diebstahl und ein Banküberfall sind nächste einschneidende Erlebnisse, Ereignisse mit fatalen Folgen.

Der Roman lebt von den Gefühlen der fünfzehnjährigen Jana. Schritt für Schritt lüftet diese die Geheimnisse ihrer Eltern und die Leserinnen tauchen in die Gefühlswelt des Teenagers ein. Der moderne und freie Stil Schindlers überzeugt und spricht so bestimmt die Gefühle Jugendlicher, vor allem Mädchen, an.

b/Lebensalter ab 13 / J Soziales / pt
jugendliteratur aktuell
Frühling 2001

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