Karlas Jacke

Omnibus Tb. bei Bertelsmann, 2001
2. Auflage: cbt, 2005
124 Seiten


Inhaltsangabe
Karla wacht auf und hat ein Problem. Genauer drei: Einen heftigen Kater, einen Filmriss und einen Unbekannten auf dem Kissen nebenan. Hat sie etwa mit ihm ...? Oh je, wenn sie sich doch nur erinnern könnte. Klack! Die Haustür. Mr. Unbekannt ist geflüchtet. Karla atmet auf – um dann wirklich durchzudrehen. Der Typ hat ihre Jacke mitgenommen und in der Innentasche steckt ein Liebesbrief an ihren Lehrer. Karla muss ihren Bettgefährten wiederfinden, aber das ist gar nicht so einfach.

Rezension

Karla berichtet über den schrecklichsten Tag in ihrem Leben. Gestern Abend war sie mit ihrer Clique am See. Es war so herrlich warm und anschließend ging sie noch mit zu irgendeiner Party, auf der sie so viele Cocktails getrunken hatte. Aber was war dann? Sie wach in ihrem Bett auf, hat einen fürchterlichen Kater und neben ihr liegt ein fremder Typ. Während sie versucht sich unter der Dusche zu erinnern, ist der Unbekannte verschwunden und mit ihm ihre Jacke. Darin steckt ein Liebesbrief an ihren Lehrer. Sie versucht mit ihren Freundinnen den gestrigen Abend zu recherchieren und herauszufinden, wer dieser Kerl mit ihrer Jacke war. Das stellt sich als äußerst schwierig heraus. Karla geht an diesem Tag vieles durch den Kopf. Sie erkennt, dass die große Liebe zu ihrem Lehrer nur eine Anhimmelei, dass ihre bisherigen Freundschaften mit Jungs nie richtig ernst waren. Sie wollte eigentlich nur die Liebe kennen lernen. Der fremde Bettgefährte war genau so in Panik geraten. Am Abend dieses denkwürdigen Tages treffen sich die beiden, um ihre Jacken auszutauschen. Karla stellt mit Entsetzen fest, dass der Typ ausgerechnet der langweilige, schüchterne Junge ist, den sie gestern überhaupt nicht beachtet hatte. Dann müssen sie aber doch beide grinsen und beschließen zusammen einen Tee zu trinken.

Dieses in flotter Jugendsprache geschriebene Buch ist eine heitere, aber auch nachdenkliche Mädchengeschichte.

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (VJA) in der GEW

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Wenn die Gefühle Amok laufen

Liebensgeschichten für Jugendliche

In diesem Jahr bevölkerten Scharen von Jugendlichen die Bücherstände der Leipziger Buchmesse und widerlegten einmal mehr das öffentliche Bild von der nichtlesenden nur auf den Computer fixierten jungen Generation. Dass sich dagegen die Begeisterung für den Literaturkanon des Schulunterrichts in Grenzen hält, ist nur natürlich – wie viele begnadete Lehrer gibt es, die einem 17-Jährigen vermitteln können, dass die Dramatik des Faust durchaus etwas mit seinem Lebensgefühl zu tun haben könnte. Denn genau das suchen Jugendliche noch mehr als erwachsene Leser, Antworten auf die verwirrenden Fragen, die das Leben besonders in der Pubertät so schwierig machen. Sie suchen literarische Vorbilder, die wie sie Ängste und Unsicherheit und das Glücksgefühl der ersten Liebe überleben müssen. [...]

Dass man Schwierigkeiten auf dem Weg zum Erwachsenwerden auch in ein heiteres Sommertheater verwandeln kann, zeigt Nina Schindler in ihrem Schülerroman Karlas Jacke (Omnibus, 9 Euro): Es beginnt gleich mit einem Eklat: als Karla morgens, noch ziemlich betrunken in ihrem Bett aufwacht, entdeckt sie neben sich einen unbekannten Jungen. Und der nimmt bei seinem überstürzten Abflug auch noch die falsche Jeansjacke mit. Da heißt es nun für die Heldin auf die Suche zu gehen, denn in dieser Jacke steckt ein Liebesbrief, der nie öffentlich werden darf, der Empfänger ist ihr Lehrer. Genüsslich entwickelt die Autorin Szene für Szene, in einer flotten, dem Jugendgenre entnommenen Sprache. Und macht aus dem Ganzen witzige Unterhaltung mit ein paar ganz leisen Appellen an die Vernunft. [...]

Süddeutsche Zeitung
05.04.02

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Auslese
Mister Unbekannt

Mit einem „Rumms“ fällt die Haustür ins Schloss. „Gott sei dank“, denkt Karla. Als die 16-Jährige an diesem Morgen die Augen aufschlug, hätte sie ja auch fast der Schlag getroffen. Neben ihr im Bett lag jemand. Und obwohl er außer seinen braunen Wuschelhaaren alles unter der Bettdecke versteckt war, schnarchte dieser jemand ganz eindeutig männlich. Vielleicht hätte Karla gestern Abend auf der Party doch den einen oder anderen Cocktail verzichten sollen, dann wüsste sie bestimmt auch noch wen sie da mit nach Hause geschleppt hat. Egal, jetzt ist er ja weg und könnte eigentlich vergessen werden, wäre da nicht das Problem. Mister Unbekannt hat nämlich offensichtlich auch noch Orientierungsprobleme gehabt und Karlas anstatt seiner Jeansjacke mitgenommen. Gerade in dieser Jacke lauert aber seit Tagen der Brief, den Karla sich nicht traut zu verschicken, und von dem auch unter keinen Umständen irgendjemand auf diesem Planeten etwas wissen soll. Also muss der unbekannte Bettgeselle schnellstens gefunden werden, damit der Brief nicht in die falschen Hände gerät. Die Suche gestaltet sich allerdings schwierig ...

Dieses Buch lesen ist wie eine Talkshow im Fernsehen: Seichte Unterhaltung, nett für zwischendurch, um sich vielleicht ein bisschen abzulenken, aber bitte keine höheren, gar geistig qualifizierten, Ansprüche stellen. Es ist frische, witzige Unterhaltung, aber mehr eben nicht.

Goslarsche Zeitung, Goslar
11.03.06

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Karlas Jacke
Als Karla am Morgen aufwacht, liegt neben ihr im Bett ein fremder Kerl, mit dem sie scheinbar die Nacht verbracht hat. Und nachdem sie geduscht hat, ist er auch schon verschwunden, was ja eigentlich ganz positiv ist, nur leider hat er auch statt seiner Jacke ihre mitgenommen und in dieser Jacke befindet sich ein Brief, den absolut niemand lesen darf. Denn bei diesem Brief handelt es sich um einen Liebesbrief an einen Lehrer. Ohje, wäre das peinlich, wenn jemand anders diesen Brief liest und ihn womöglich auch noch anderen Leuten zeigt! Karla muss unbedingt diesen Typen und vor allem ihre Jacke ausfindig machen. Was ist in der Nacht nur geschehen? Sie war auf einer Party und dort wurde der ein oder andere Cocktail getrunken, aber wer war alles dabei? Trotz ihres schrecklichen Katers muss Karla sich sofort auf den Weg machen: Mit Hilfe ihrer Freundinnen ist sie den ganzen Tag auf der Suche nach den unbekannten Typen. Wird sie ihn noch rechtzeitig finden? Einfach ist es jedenfalls nicht.

Auch dieser Roman wird von der Hauptfigur selbst erzählt. Insgesamt erscheint die Geschichte selbst deutlich glaubwürdiger als der vorangegangene Roman, aber er lässt der Leserin auch genügend Platz für eigene Träume, insbesondere durch das halboffene Ende, das wiederum nicht ganz so romantisch und rosarot ist, wie man es oft von Teenager-Büchern, die das Thema Liebe behandeln, gewöhnt ist.

Das Buch „Liebe mit Hindernissen“ beinhaltet zwei Romane, die sich gut lesen lassen, auch wenn sie teilweise die Realität aus den Augen verlieren. Mädchen ab 12 Jahren, die gerne romantische Bücher lesen.

von: institut juleiqua
24.07.2006

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