Der Schulhasser-Club

Altberliner Verlag, 1996


 Inhaltsangabe

Erzählt wird von Schulfrust und Schwänzlust. Weil Laura eine Schreibschwäche hat, Mirko seinen Mathelehrer nicht mag, Tanja sich nicht wehren kann und Jörn Versagensängste quälen, nehmen die vier schulfrei. Sie gründen einen Schulhasserclub und zeigen fern vom Schulalltag, was in ihnen steckt - und daß Kinder mehr sind als eine Zensur. Hier setzt der Comic an. Frech und informativ beschreibt er Strategien, um mit Schulnöten besser zurechtzukommen, und verrät den sanften Weg, sich ins Schulgeschehen wieder einzugliedern.Nina Schindler lebt mit Mann und fünf Kindern in Bremen. Sie schreibt und übersetzt u.a. auch Kinderbücher. 

 Rezension

Vier Kinder haben Probleme in der Schule - Mirko im Rechnen, Tanja wird von Mitschülern geärgert, Jörn vergisst alles, wenn ihn Frau Volkert unvermutet aufruft, Laura tut sich schwer im Schreiben. Die 4 Kinder tun sich zusammen, sprechen über ihre Wut und wollen nicht mehr in die Schule gehen. Sie gründen einen Schulhasser-Club und richten sich im Garten von Jörns Großvater ein Clubhaus ein. Der Großvater versteht die Kinder und beruhigt die Eltern. Die Kinder lassen an einer Wutkiste ihre Wut aus, grillen Würstchen, erzählen sich ihre Berufswünsche ... bis ihnen langweilig wird.

Die Lehrer und Mitschüler machen sich Gedanken, warum die 4 fehlen und kommen z.T. selber auf ihre Gründe. Der Mathelehrer will mehr wiederholen, auch für andere Kinder. Simone und Rolf dürfen Tanja nicht mehr ärgern, da passen andere auf. Laura und Jörn sprechen mit ihrer Kunstlehrerin, die sie mögen. Danach will Laura einen Sensomotorikkurs ausprobieren; Jörn bittet Frau Volkert dass sie ihn nur drannehmen soll, wenn er sich meldet.

Die 4 Kinder kehren zurück in ihre Schule und fühlen sich nun wieder wohler. Aus dem Schulhasser Club wird ein Schulkämpfer Club und alle 4 wollen Freunde bleiben.

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Baden-Württemberg

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Mirko, Tanja, Laura und Jörn gründen in einem Gartenhaus einen Schulhasser-Club und wünschen die Schule ins Pfefferland, denn alle vier haben Schulprobleme und leiden darunter sehr. Gemeinsam ziehen sie sich zurück und schwänzen. Diesen Freiraum, der von einem verständigen Großvater unterstützt wird, benutzen sie, um ihre Ängste, Aggressionen und Frustrationen auszuleben und loszuwerden, dann aber auch um neue Ideen für eine andere Schule zu entwickeln. Durch ihr Fernbleiben werden ihre zum Teil nicht erkannten Schwierigkeiten bei Eltern, Lehrern und Schülern zum Thema, Veränderungen bahnen sich an, was den vier Kindern ein motivierteres Zurückkehren in die Schule ermöglicht. Ihren Club funktionieren sie in einen Schulkämpfer-Club um, der realistischer weise doch nie ganz überflüssig sein wird.

N. Schindler und K. Wieker griffen ein ernstes und sehr häufiges Thema mit viel Verständnis, Kompetenz und Humor auf. Sie sprechen verschiedene Schulnöte (soziale, pädagogische und intellektuelle) an, zeigen bewusst die einzelnen Bewältigungsphasen auf und stellen die Eigenverantwortung der Kinder stark in den Mittelpunkt. Die Schulsituation wird nicht beschönigt, Initiative und Kooperation sind gefragt. Das Buch ist im Comic-Stil gestaltet, die Bilder sind sehr farbig und dynamisch, direkt und klar in der Aussage. Der Ablauf der Geschichte (auch zeitlich gegeben durch Daten von April bis Juli) ist für junge Leser teilweise schwer ersichtlich, da die Handlung auf verschiedenen Ebenen spielt und die Übergänge meistens unmittelbar sind.

Kommission für Schul- und Gemeindebibliotheken des Kantons Luzern

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Angst vor dem Lehrer, vor Mitschülern oder vor schlechten Noten lassen manches Kind zum Schulhasser werden. Im vorliegenden comichaft gestalteten Buch verbunden sich Betroffene und kehren einfach nicht mehr an den Ort des Schreckens zurück.

Die Autorinnen fesseln mit dieser kindlichen Reaktion auf typischen Schulzustand das Interesse der Leser und enttäuschen diese auch nicht bei der weiteren Handlung, die weitgehend realistisch abläuft. Niemand wird zum alleinigen Sündenbock gemacht, das Handeln der Lehrer, Eltern und Kinder wird verständlich motiviert und eine vorstellbare Lösung gefunden.

Die differenzierte Darstellung eines solchen Problems in einer Bildergeschichte ist beachtenswert. Die karikaturhafte Zeichnung der Figuren in kleinformatigen Bildern, kräftige Farbigkeit, Übertreibungen und Vereinfachungen, Texte in Sprechblasen - Das Buch beweist, diese Gestaltungsmittel müssen nicht verharmlosend wirken. Und sie sind auch nicht einfach ein aufgesetzter Reiz, der leseunlustige Kinder fängt. Es ist eine Geschichte entstanden, die mit ihrer außergewöhnlichen Erzählweise Kindern entgegenkommt.

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien in der GEW, Thüringen


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